Weltökosteuerkonferenz

Weltökosteuerkonferenz

Weltumweltsteuer-Konferenz

Vom 18. bis 20. Oktober 2007 kamen in München 300 Menschen aus 49 Ländern zur achten Global Conference on Environmental Taxation (GCET) mit dem Untertitel Innovation, Technology and Employment - Impacts of Environmental Fiscal Reform and other Market-Based Instruments zusammen. Was machte diese Konferenz zu einem bemerkenswerten, ja außerordentlichen Ereignis? Die Konferenzserie GCET wurde im Herbst 1999 von vier Universitätsprofessoren ins Leben gerufen. Nach der ersten Tagung in Cleveland mit rund 60 Teilnehmer(inne)n folgten Konferenzen zum Beispiel in Vancouver, Sydney, Pavia und schließlich in München - eine beachtliche Tagungstradition ist entstanden.

Innovative Erweiterung
Die bisherigen Tagungen waren rein akademische Veranstaltungen. Der Förderverein Ökologische Steuerreform e.V. (FÖS) als Konferenzorganisator ist stolz darauf, die Gründer von einem neuen Konzept überzeugt zu haben: Nicht nur Forscher, sondern auch Politikerinnen, NGO-Vertreter und Geschäftsleute wurden eingeladen, der fachliche Fokus wurde auf das gesamte Arsenal marktwirtschaftlicher Instrumente ausgedehnt. Ein Workshop-Block und ein Nachmittag im Plenum waren für politische und NGO-Beiträge reserviert. Überdies profitierte die Konferenz von dem zweitägigen Workshop Environmental Fiscal Reform in Developing, Emerging and Transition Economies, der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) organisiert wurde. 

Spürbare Veränderung der Stimmung
Während sich der Tagungsgegenstand in den Pionierjahren für einen Großteil der Teilnehmer(innen) noch neu und voller ungelöster Fragen zeigte, waren die veränderte Ausgangslage und Stimmung in München eindrucksvoll: Nicht wir, die Vorkämpfer konsequenten Klimaschutzes, sind heute die Geisterfahrer, sondern die Ignoranten des Klimawandels müssen immer stärker fürchten, bald einsam auf der falschen Spur zu fahren! Wir bewegen uns heute auf dem gesicherten Boden bewährter, volkswirtschaftlich und ökologisch effizienter Instrumente. Es müssen nicht mehr fachliche Einwände widerlegt, sondern populistische Vorwände und lobbyistische Scheinargumente überwunden werden. Wir müssen nun das Funktionieren unserer Ideen nicht mehr beweisen - aber noch viel besser verkaufen! 

Eine völlig veränderte Grundbotschaft
Heute können wir Öffentlichkeit und Politik also viel selbstbewusster ansprechen: Wisst Ihr denn immer noch nicht, dass man das Klima schützen und gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen und Armut reduzieren kann? Intelligenter Klimaschutz ist in vielen Fällen kostenlos oder sogar zu negativen volkswirtschaftlichen Kosten zu haben. Wenn er Kosten implizieren sollte, so liegen diese auf jeden Fall weit niedriger als die Kosten, die durch unterlassenen Umweltschutz entstehen. 

Politischer Rückenwind
Wer wie wir seit Jahren für eines der unpopulärsten Klimainstrumente eintritt, ist von öffentlicher Zustimmung nicht gerade verwöhnt. Doch auch hier erwies sich die GCET 2007 als ein Ort vielfacher Premieren. Bei früheren GCETs hatten Gastredner aus Wirtschaft und Politik meist unser wissenschaftliches Bestreben gelobt, sich mit inhaltlichen Politbekenntnissen aber zurückgehalten. Anders in München: Vom Oberbürgermeister Christian Ude über den Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, und den tschechischen Umweltminister Martin Bursik bis zum schwedischen Finanzstaatssekretär Ingemar Hansson überraschte uns eine außerordentlich klare Fürsprache zur Fortsetzung der ÖSR. Ernst Ulrich von Weizsäcker brachte einen viel beachteten Vorschlag zur Fortentwicklung der Ökosteuer vor und Klaus Töpfer wurde vom FÖS mit dem Adam-Smith-Preis für ökologische Marktwirtschaft geehrt und bedankte sich mit einem leidenschaftlichen Beitrag.

Die GCET 2007 war mit Abstand die größte und international erfolgreichste Veranstaltung, die der FÖS bisher organisiert hat. Wir sind sehr stolz darauf, dass die Tagung nach dem Urteil aller Teilnehmer(innen) die bisher umfangreichste, interessanteste und lebendigste GCET-Konferenz war. Für uns ist dieser Erfolg ein Ansporn, den Aufbau einer europäischen Plattform zur Förderung marktwirtschaftlicher Umweltpolitik in Angriff zu nehmen.
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