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Liebe
Leserinnen und Leser,
nachdem
man sich Anfang des Monats noch freuen durfte, dass
die ökologischen Elemente des Sparpakets die Kabinettssitzung
zumindest weitgehend unbeschadet überstanden haben –
eigentlich notwendige Verbesserungen erhoffte vermutlich
niemand ernsthaft - kam es nur wenige Tage
später zu einem herben Rückschlag. Auf dem für das
Energiekonzept wegweisenden Atomgipfel im Bundeskanzleramt
verständigte sich die Regierung auf eine Laufzeitverlängerung
der Atomkraftwerke um bis zu 14 Jahre – die tatsächlichen
Laufzeiten werden vermutlich wesentlich länger ausfallen, da
mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien Atomkraftwerke immer
öfter ausgeschaltet werden müssen. Zu Gunsten der
Atomindustrie wird dadurch der Ausstieg aus der Atomkraft
erheblich verschoben und der Umstieg auf Erneuerbare Energien
verschleppt. Auch bei der Brennelementesteuer ist die
Regierung gegenüber der Atomlobby eingeknickt und reduzierte
den Steuersatz auf Brennstoffe um ein Drittel. Außerdem soll
die Steuer nun auf sechs Jahre befristet werden. Konsequentes
Abschöpfen von Windfall Profits der Atomkonzerne sieht anders
aus. Abgesehen
von der Atompolitik waren die Ergebnisse aus der
Kabinettssitzung zum Sparpaket grundsätzlich positiv. Der
Abbau von Ausnahmen bei der Ökosteuer wird vorangetrieben und
auch die Einführung der Luftverkehrsteuer ist beschlossene
Sache. Nachdem wir in den letzten Wochen vor allem versucht
haben, uns mit unseren Vorschlägen bei den zuständigen
Fachministerien Gehör zu verschaffen, verlegt sich die
Lobbyarbeit im Oktober und November nun auf die
Entscheidungsträger im Bundestag. Wir hoffen darauf, dass
die vorgesehenen ökofiskalischen Instrumente die anstehenden
Haushaltsberatungen mindestens unbeschadet überstehen oder
sogar noch ausgebaut werden können. Zu diesem Zweck
organisieren wir derzeit ein weiteres parlamentarisches
Frühstück und koordinieren ein Bündnis aus Umwelt- und
Entwicklungsorganisationen, das sich für die ökologische
Luftverkehrsteuer einsetzt. Einige unserer Publikationen zu
den aktuellen Themenschwerpunkte haben wir für Sie nochmals in
der Rubrik „Veröffentlichungen des FÖS“ zusammengefasst –
darunter auch ein Kommentar zum Sparpaket. Besonders wollen
wir Sie noch auf unsere gemeinsam mit dem BMZ organisierte und
von BMU und UBA geförderte Konferenz „Nachhaltige
Ressourcenpolitik – Globale und Nationale Herausforderungen
und Chancen“ am 6. Oktober 2010 in Berlin hinweisen. Als
Referenten zugesagt haben bisher unter anderem
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel, die Parlamentarische
Staatssekretärin im BMZ Gudrun Kopp und der Vorsitzende des
FÖS Dr. Anselm Görres. Wie gewohnt finden Sie als Abschluss
dieser FÖS-Spezial-Ausgabe zum einen die Rubrik „FÖS in den
Medien“ mit FÖS-Zitierungen in der Presse und zum anderen die
„Presseschau“ mit weiteren interessanten Beiträgen rund um die
Ökologische Finanzreform.
Nun viel
Spaß beim Lesen!
Mit
freundlichen Grüßen
Damian
Ludewig Geschäftsführer
P.S. Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, freuen
wir uns über Ihre Mitgliedschaft
oder eine Spende!
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FÖS/BMZ-Konferenz: Nachhaltige
Ressourcenpolitik
Gemeinsam
mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung (BMZ) laden wir Sie ganz herzlich ein zu
unserer Konferenz:
Nachhaltige Ressourcenpolitik Globale
und nationale Herausforderungen und Chancen am
Mittwoch, 6.Oktober 2010 ab 9:30 Uhr im Marie-Schlei-Saal
des BMZ in Berlin
Mit
dabei sein werden u.a. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel,
die Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ Gudrun Kopp, der
Vorsitzende des FÖS Dr. Anselm Görres, der Geschäftsführer des
Forum Umwelt und Entwicklung Jürgen Maier, der Geschäftsführer
des VDI-Zentrums für Ressourceneffizienz Johannes Lackmann und
weitere Experten aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft,
Wissenschaft und Politik. Gemeinsam mit den Referentinnen und
Referenten und Ihnen möchten wir die ökologischen,
wirtschaftlichen, sozialen und sicherheitspolitischen
Herausforderungen einer nachhaltigen Rohstoffpolitik auf
internationaler und nationaler Ebene beleuchten. In vier
parallelen Fachworkshops sollen darüber hinaus konkrete
Beiträge diskutiert werden, die ökonomische Instrumente und
Entwicklungspolitik zu einer nachhaltigen Ressourcenpolitik
leisten können. Besonders freuen wir uns auf
Erfahrungsberichte aus dem Ausland.
Wir würden uns
freuen, auch Sie auf unserer Konferenz begrüßen zu dürfen! Die
Teilnahme ist kostenlos. Anmeldeschluss ist der 24. September
2010. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, empfehlen wir eine
frühzeitige Anmeldung! Anmelden können Sie sich per Email an
foes@foes.de oder per Online-Formular.
Das aktuelle Programm und
alle weiteren Informationen zur Konferenz erhalten Sie
außerdem auf unserer Homepage. Am
Vortag unserer Veranstaltung findet, ebenfalls in Berlin, die
Konferenz "Ressourceneffizienz
- Motor für ein Grünes Wachstum" statt, die von BMU, UBA
und dem Wuppertal Institut veranstaltet wird.
Weitere
Termine
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28.09.2010:
"Flugverkehr
als Mittel der Klimafinanzierung" in Berlin mit einem
Vortrag von Damian Ludewig (FÖS-Geschäftsführer) zum Thema
"Flugticketabgabe - Erfahrungen mit der Einführung in
Deutschland" mit anschließender
Podiumsdiskussion. |
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Veröffentlichungen des FÖS
In
den letzten Wochen hat das FÖS erneut an diversen
Veröffentlichungen gearbeitet. Darunter finden sich die
Abschlussdokumentation unseres gerade abgeschlossenen vom BMU
und UBA geförderten Projekts zu ökonomischen Instrumenten im
Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit, eine Zusammenstellung
zum Energiekonzept, Stellungnahmen zu Gesetzesentwürfen,
Pressemitteilungen u.a.:
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FÖS-Stellungnahme
zum Ministeriumsentwurf "Gesetz zur Reduzierung von
Subventionen aus der ökologischen
Steuerreform"
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FÖS-Pressemitteilung
zur Energiedebatte "Subventionen abbauen statt Laufzeiten
verlängern" (27.08.2010)
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FÖS-Pressemitteilung
zum Gebäudesanierungsprogramm "Gebäudesanierung ausweiten -
Finanzierung über Heizstoffsteuer"
(10.09.2010) |
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Negativkoalition aus Energie-Lobby und fehlgeleiteter
Sozial-politik blockiert besten Teil des Sparpakets
Kommentar
von Damian Ludewig: Wie sich Brüderle und Beck wider
ökologisch und ordnungspolitisch besseren Sachverstand zu
Erfüllungsgehilfen partikularer Industrie-Interessen
machen
Manchmal
entstehen Sternstunden der Politik dadurch, dass sich einige
vernünftiger verhalten, als man das von ihnen erwartet hätte.
Sie können aber auch schnell scheitern – vor allem wenn sich
andere unvernünftiger verhalten, als man ihnen zugetraut
hätte. Mehr...
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FÖS in den Medien
In
den letzten Wochen tauchte das FÖS wieder verstärkt in
verschiedenen Medien auf. Vor allem unsere Studie für
Greenpeace zu Atomsubventionen wurde rege zitiert. Besonders
gefreut haben wir uns über den SZ-Artikel "Brennstoff vom
Steuerzahler" vom 23.08.2010. Hier eine kleine
Presseschau:
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- "Politiker in der EU setzen auf
Atomrenaissance", sueddeutsche.de, 06.09.2010.
- "Die fünf
Wählertäuschungen", Vorwärts, 03.09.2010.
- "Streitobjekt Atomenergie", Lausitzer
Rundschau, 01.09.2010.
- "Die Knackpunkte in der
Atomfrage", Mitteldeutsche Zeitung, 30.08.2010.
- "Studie: 164,7 Milliarden Euro an
Atom-Subventionen", sueddeutsche.de, 26.08.2010.
- "Billiger Strom auf Kosten des
Steuerzahlers", WELT Online, 26.08.2010.
- "Atomfrage spaltet die Politik",
Nordsee-Zeitung, 26.08.2010.
- "Brennstoff
vom Steuerzahler", Süddeutsche Zeitung,
23.08.2010.
- "Energie-Subventionen: Die Schlacht um die
Strom-Milliarden", taz, 23.08.2010.
- "Atomkraft: Wenn die Kasse zweimal
klingelt", Stuttgarter Zeitung,
09.08.2010.
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Presseschau
Zum
Abschluss finden Sie wie gewohnt noch
eine Zusammenstellung weiterer interessanter Beiträge zu
umweltpolitischen Entwicklungen der letzten Wochen:
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Wir
brauchen eine neue Energieabgabe (ZEIT am
08.09.2010) Ganz Deutschland debattiert über
Atomkraft. Dabei gäbe es Wichtigeres: Energiesparen zum
Beispiel, und wie mehr Effizienz zu finanzieren ist. Mehr…
-
Ein
Kniefall vor der Lobby (ZEIT am 06.09.2010) Der
Atomkompromiss beschädigt die Glaubwürdigkeit der
schwarz-gelben Regierung. Nachhaltige Energie-politik sieht
anders aus. Mehr…
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Wir
brauchen eine mutige Energiepolitik (ZEIT am
31.08.2010) Das Energiegutachten der Regierung
greift zu kurz. Eine hundertprozentige regenerative
Stromversorgung bis 2050 ist möglich – ohne längere
Laufzeiten. Mehr…
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Genug
gejammert! (SZ am 27.08.2010) Ein gigantisches
Geschenk: Die Energiekonzerne klagen über den hohen Preis
längerer Laufzeiten ihrer Atomkraftwerke - dabei zementiert
die Regierung Merkel die Marktposition der Unternehmen auf
Jahrzehnte hinaus. Die verbreiten dennoch die Mär, sie
würden geschröpft. Mehr…
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EU-Kommission
plant Rohstoff-Steuer (FAZ am
17.08.2010) Privathaushalte und Industrie sollen
zu einer effizienteren Nutzung von Rohstoffen bewegt werden.
Dies sei nicht nur aus Umweltschutzgründen nötig, meint die
EU-Kommission. Auch die Wettbewerbsfähigkeit könne damit
erhöht werden. Mehr…
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AKW
geht Treibstoff aus (Frankfurter Rundschau am
08.08.2010) Die zuständige EU-Kontrollbehörde
zeigt in ihrem Jahresbericht, dass das Uran, der Brennstoff
für Atom-kraftwerke, zur Neige geht. Dessen ungeachtet
sollen deutsche Meiler länger laufen. Mehr…
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Die
Brücke ins regenerative Zeitalter ist längst errichtet (SZ
am 05.08.2010) Immer dann, wenn die etablierte
Energiewirtschaft auftritt, will sie in erster Linie eines:
langfristige Planungssicherheit für ihre gewinnträchtigen
Großkraftwerke. Die Strategie der Monopoljahre soll
fortgesetzt werden. Doch die Konzepte des 20. Jahrhunderts
passen nicht mehr zur Energiewelt des 21. Jahrhunderts. Mehr… | |
INHALTSVERZEICHNIS
Editorial: "Die Katze ist aus dem
Sack"
FÖS/BMZ-Konferenz
+ weitere Termine
Veröffentlichungen des FÖS
Kommentar zum Sparpaket
FÖS in den Medien
Presseschau
Vorstand Dr. Anselm
Görres (Vorsitz) Dipl.-Vw. Kai
Schlegelmilch (Stellvertretender Vorsitz) Florian Prange M.Sc
(Schatzmeister) Dr. Dörte Fouquet Dipl.-Vw. Helen
Lückge Dipl.-Vw. Bettina Meyer
Geschäftsführung Damian
Ludewig Andrea Sauer (in Elternzeit)
Beirat des FÖS Dr. Gerhard
Berz Prof. Dr. H.-C. Binswanger, CH Dr. Martin
Bursík, CZ Prof. Dr. Frank Convery, IRE Dr. Henner
Ehringhaus, CH Dr. Franz Fischler, EU-Agrarkomm. a.D.,
AT Josef Göppel, MdB Prof. Dr. Hartmut Graßl Dr. Barbara
Hendricks Prof. Dr. Gebhard Kirchgässner, CH Dr. Paul E. Metz,
NL Prof. Janet E. Milne, USA Yannis D. Paleocrassas,
GR Prof. Dr. Albert J. Rädler Christine Scheel,
MdB Matthias Max Schön Prof. Dr. Norbert Walter Prof. Dr.
E. U. von Weizsäcker Prof. Dr. Wolfgang Wiegard Anders Wijkman
MdEP, S Dr. Angelika Zahrnt |