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Liebe
Leserinnen und Leser,
Politiker und Ökonomen jubeln:
Die deutsche Wirtschaft wächst stärker als erwartet,
mittlerweile werden von den führenden
Wirtschaftsforschungsinstituten 3,5 Prozent Wachstum für
dieses Jahr prognostiziert. Deutschland gilt als die
Lokomotive der Euro-Zone, die insgesamt ebenfalls wieder
positive Wachstumsraten zu vermelden hat. Auch global scheinen
die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise weitgehend
überwunden und die starken Wachstumsregionen Asiens
prosperieren ohnehin auch während der Krise. Doch das
Wachstum hat seinen Preis: Auch der Ressourcenverbrauch steigt
wieder rapide an. Nicht nur Peak-Oil, sondern auch ein
stagnierender oder rückläufiger Primärabbau von Seltenen Erden
und andere Metalle stehen uns in den nächsten Jahren bevor.
Zwar konnte die Rohstoffproduktivität in Deutschland in den
vergangenen Jahrzehnten deutlich gesteigert werden, die
größten Fortschritte wurden allerdings im Zuge der
Wiedervereinigung gemacht – in den letzten Jahren stagnierte
sie weitgehend. Und um wirklich zu einer nachhaltigen
Wirtschaftsweise zu kommen, muss die Ressourcenproduktivität
deutlich stärker steigen als das Bruttoinlandsprodukt, sonst
kommt es trotz relativer Verbesserung zu einer absoluten
Zunahme des Ressourcenverbrauchs. Weit stärker als die
Ressourcen- ist denn auch die Arbeitsproduktivität gestiegen –
was nicht verwundet, da sich der Staat überwiegend dadurch
finanziert, dass er Arbeit mit Steuern und Abgaben belastet.
In einem neuen, von BMU und UBA geförderten Projekt
beschäftigt sich das FÖS daher mit der Frage, wie durch eine
verbesserte Anreizgestaltung die Ressourcenproduktivität
deutlich gesteigert werden kann. Am 6. Oktober hat das FÖS
in diesem Rahmen gemeinsam mit dem Bundesministerium für
Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) eine
Konferenz unter dem Titel "Nachhaltige Ressourcenpolitik -
Globale und Nationale Herausforderungen und Chancen"
veranstaltet. Mit fast 200 Teilnehmenden und einem breiten
Spektrum von hochrangigen Referenten aus NGOs, Politik,
Wissenschaft und Wirtschaft war die Konferenz ein voller
Erfolg. In diesem FÖS-Spezial finden Sie alle wesentlichen
Informationen rund um diese Konferenz. Daneben berichten wir
über unsere aktuelle Studie zu Subventionen für Atomenergie
und den Fortgang der Beratungen zu den ökofiskalischen
Elementen im Rahmen des Haushaltsentwurfs 2011. In beiden
Anhörungen des Haushaltsausschuss‘ war das FÖS als
Sachverständiger eingeladen, so dass wir Gelegenheit hatten,
unsere Vorschläge und Anregungen zum Haushaltsbegleitgesetz
einzubringen. Die öffentliche Resonanz auf unsere Arbeit in
den letzten Wochen haben wir wie immer in der Rubrik „FÖS in
den Medien“ zusammengestellt.
Eine unterhaltsame
und informative Lektüre wünscht Ihnen
Damian
Ludewig Geschäftsführer
P.S. Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, freuen
wir uns über Ihre Mitgliedschaft
oder eine Spende!
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Andrang zu FÖS/BMZ-Konferenz zu nachhaltiger
Ressourcenpolitik übertrifft Erwartungen
Starke
Nachfrage verdeutlicht Relevanz des Themas
Woran
bemisst sich die Relevanz eines Themas? Wenn man das
öffentliche Interesse zum Maßstab macht, haben wir die
richtige Veranstaltung zum richtigen Zeitpunkt ausgerichtet.
„Nachhaltige Ressourcenpolitik – Globale und nationale
Herausforderungen und Chancen“, so lautete der Titel einer
Konferenz, die das FÖS gemeinsam mit dem BMZ am 6. Oktober in
Berlin ausgerichtet hat. Nachdem schnell klar war, dass der
ursprünglich gebuchte Tagungsraum nicht annähernd für alle
angemeldeten Besucherinnen und Besucher ausreichen würde,
musste umdisponiert werden und in einen größeren Konferenzsaal
in den Räumen von InWEnt gleich nebenan ausgewichen werden.
Mit fast 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war schließlich
auch dieser ausgelastet. Mit Bundesentwicklungsminister
Dirk Niebel und der parlamentarischen Staatssekretärin im BMZ,
Gudrun Kopp, war das BMZ hochrangig vertreten. Von einem
vielseitig besetzten Panel wurden die verschiedenen
Herausforderungen für eine nachhaltige Ressourcenpolitik
beleuchtet – ökologische, ökonomische, soziale und
(sicherheits-)politische. Der Vize-Präsident des Sustainable
Europe Research Institutes (SERI), Prof. Dr. Joachim
Spangenberg, mahnte eine Integration von Ressourcenpolitik
nach innen und Friedenspolitik nach außen an. Johannes
Lackmann, Geschäftsführer des VDI-Zentrum für
Ressourceneffizienz (ZRE) wies darauf hin, dass Ressourcen
heute noch viel zu billig seien. Nur durch höhere Steuern auf
Ressourcen bekämen die deutschen Ingenieure die richtigen
Vorgaben, zukunftsfähige Produkte zu entwickeln. Elisabeth
Strohscheidt, Menschenrechtreferentin bei Misereor, machte die
menschenrechtlichen Zusammenhänge deutlich. Anhand konkreter
Beispiele aus allen Teilen der Welt konnte sie zeigen, wie
wenig die Menschen in rohstoffreichen Regionen von deren Abbau
profitierten, im Gegenteil sogar häufig noch den ihn
begleitenden Umweltbelastungen ausgeliefert seien. Im
Ministerienteil wies der zuständige Abteilungsleiter, Dr.
Helge Wendenburg, darauf hin, dass BMU und BMWi sich gemeinsam
dafür einsetzen, Deutschland zur ressourceneffizientesten
Volkswirtschaft umzubauen. Entwicklungsminister Dirk Niebel
nutze die Gelegenheit, um vier Eckpunkte der deutschen
entwicklungspolitischen Ressourcenpolitik vorzustellen: (1)
Steuer- und Abgabensyteme in Entwicklungsländern stärken und
transparenter machen, damit rohstoffreiche Entwicklungsländern
von diesem Reichtum profitieren können, (2) Strukturen für
eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung schaffen, die helfen
die Wertschöpfung vor Ort zu vergrößern; (3) Klimaschutz und
Ressourcenschutz in Einklang bringen; und (4) die
Menschenrechte schützen.
In vier parallelen
Fachworkshops wurden dann einzelne Schwerpunkte vertieft.
Workshop A befasste sich mit den rohstoffpolitischen Chancen
und Risiken der Entwicklungsländer und bot mit Botschafterin
Mulamula und Präsident Katende zwei RepräsentantInnen aus
Zentralafrika die Möglichkeit, ihre Sichtweisen darzustellen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops kamen darin
überein, dass es gute Regierungsführung, Eigentumsrechte, ein
funktionierendes Steuersystem, aber auch
entwicklungsförderliche internationale Rahmenbedingungen, wie
z.B. die Bekämpfung von Steueroasen geben müsse, damit
Ressourceneinnahmen positive Ergebnisse erzielen, d.h. zum
Wohl der Bevölkerung eingesetzt werden. Als Instrumente der
Entwicklungszusammenarbeit kämen demnach die Unterstützung
beim Aufbau von Steuer- und Abgabesystemen (good financial
governance), Multistakeholder Prozesse, Transparenzinitiativen
wie die EITI und Zertifizierungssysteme infrage. Weiter...
Auf
unserer Homepage
haben wir Präsentationen,
Beiträge und Fotos
zur Konferenz zum Download bereitgestellt. Die Pressemitteilung
des BMZ zur Konferenz finden Sie ebenfalls
online.
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Neue FÖS-Studie zu
Atom-Subventionen
Im
Auftrag von Greenpeace hat das FÖS die viel zitierte Studie zu
staatlichen Förderungen der Atomenergie aus dem vergangenen
Jahr aktualisiert. Die Neuauflage beinhaltet überarbeitete und
erweiterte Daten zu den öffentlichen Ausgaben für die
Atomwirtschaft. Dabei kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass
die Atomenergie seit 1950 von staatlicher Förderung in Höhe
von über 200 Mrd. Euro profitiert hat. Bisher war lediglich
der Zeitraum bis 2008 auf Grundlage bisheriger politischer
Rahmenbedingungen berechnet worden. Die verbesserte Datenlage
ermöglicht nun eine präzisere Analyse und Vorausberechnung der
noch zu erwartenden Subventionen. Damit konnten die Befunde
der älteren Studie untermauert werden, die zeigten, dass die
Endkunden wesentlich mehr für den scheinbar „billigen“
Atomstrom zahlen, als ihre Stromrechnung ausweist. Mit
einem ebenfalls neu veröffentlichten Hintergrundpapier zu den
Förderwerten von Atom und Kohle haben wir erstmals die Basis
für einen Vergleich der Subventionshöhe bei der Verstromung
unterschiedlicher Energieträger erstellt. Im Auftrag von
Greenpeace Energy konnten wir ermitteln, dass Atomstrom im
Zeitraum 1970-2008 von staatlichen Förderungen in Höhe von
durchschnittlich 4,1 Ct/kWh profitiert hat, während die Werte
für Kohlestrom bei 3,0 Ct/kWh (Steinkohle) und 1,1 Ct/kWh
(Braunkohle) liegen. Zusätzlich zu diesen Förderwerten aus
Unternehmensperspektive wurde beispielhaft für das Jahr 2008
durchleuchtet, inwiefern die staatlichen Förderungen eine
Finanzierungslast für Verbraucher und Gesellschaft darstellen,
die nicht im Strompreis enthalten ist und daher „versteckte“
Zusatzkosten von Atom- und Kohlestrom verursacht. Dabei wurden
auch die externen Kosten infolge von Klimawandel und
Umweltbelastung einbezogen. Im Ergebnis betragen die Kosten,
die die Gesellschaft für eine Kilowattstunde des deutschen
Strommixes zusätzlich zum Strompreis aufbringen muss, 4,0
Ct/kWh im Jahr 2008. Die versteckten Kosten zeigen, dass die
Verbraucherinnen und Verbraucher – wenn auch auf indirektem
Wege – seit jeher deutlich mehr für konventionell erzeugten
Strom zahlen, als von den Stromkonzernen zugegeben wird. Von
einer transparenten Gegenüberstellung der realen Kosten
konventioneller und alternativer Energieerzeugung sind wir
weit entfernt. Damit können fossile wie atomare Energieträger
keinesfalls als günstige „Brückentechnologie“ gelten, als die
sie das derzeitige Energiekonzept der Bundesregierung
ausweist.
Die
komplette Studie
zu den Förderungen der Atomenergie sowie das Hintergrundpapier
zum Vergleich von Atom- und Kohlestrom können Sie kostenlos
auf unserer Homepage downloaden, die jeweilige Zusammenfassung
sowie die Pressemitteilungen der Auftraggeber stehen ebenfalls
online auf den Seiten von Greenpeace
und Greenpeace
Energy zur Verfügung.
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FÖS in den Medien
Auch in
den vergangenen Woche hat sich unsere Arbeit in etlichen
Medien-Beiträgen niedergeschlagen. Viele regionale und
überregionalen Medien haben rund um die Debatte um
Energiekonzept und Laufzeitverlängerung unsere
Subventionsstudie aus dem vergangenen Jahr aufgegriffen, bzw.
über unsere Aktualisierung berichtet. Aber auch die
aufkeimende Diskussion um die etwaige Abschwächung des Abbaus
der Ökosteuerausnahmen hat zu einigen prominenten Beiträgen
geführt. Zur ambitionierten Einführung einer
Luftverkehrssteuer koordinieren wir derzeit ein Bündnis aus
Umwelt- und Entwicklungsorganisationen. Die Verstellung
unseres gemeinsamen Positionspapiers wurde ebenfalls in
einigen Medien erwähnt. Dies und Weiteres finden Sie in
der nachfolgenden Presseschau:
• „Atomkraft
teurer als Solarenergie“, TAZ, 15.10.2010. Ähnlicher
Artikel auch in Neues
Deutschland/ Märkische
Allgemeine
• „Atomstrom
doppelt so teuer wie Erneuerbare“, Greenpeace Magazin,
14.10.2010
• „Atomstrom
kostet Steuerzahlen 304 Milliarden Euro Fördermittel“,
Focus Online, 13.10.2010 auch in Spiegel
Online/ Hamburger
Abendblatt/ Zeit
Online/ n-tv.de/
Schleswig-Holsteinischer
Zeitungsverlag/ Lübecker
Nachrichten
• „Rohstoffsicherheit
und effiziente Ressourcennutzung“, forum-fuehrung.com,
12.10.2010
• „Die
meisten Experten betrachten Konsolidierung positiv“, Das
Parlament, 11.10.2010
• „Superstarke
Leitungen nötig“, Südwest Presse,
07.10.2010
• „Die
Utopie vom sinkenden Strompreis“, Welt Online, 05.10.2010.
Ähnlicher Artikel auch in Nürnberger
Nachrichten
• „Ökosteuer
schafft Arbeitsplätze“, Interview mit FÖS-Geschäftsführer
Damian Ludewig in Die Zeit, 04.10.2010
• „First
Class soll mehr zahlen“, Neues Deutschland,
01.10.2010.
• „Doch
weniger Ökosteuer für energieintensive Unternehmen?“,
Radiobeitrag im Deutschlandfunk,
30.09.2010
FÖS wirbt
erfolgreich Mitglieder
Um unsere Arbeit
auch zukünftig erfolgreich fortsetzen zu können, sind wir auf
finanzielle Unterstützung angewiesen. Nur durch die
verlässliche und großzügige Förderung durch unsere Mitglieder
können wir überhaupt so viele Aktivitäten entfalten, wie dies
derzeit der Fall ist. Daher möchten wir uns an dieser Stelle
ganz herzlich bei unserem neuesten Mitglied, Martin Schoeller,
bedanken, dessen Unternehmen unsere Arbeit künftig finanziell
unterstützen wird. Martin Schoeller führt das Unternehmen
Schoeller Renewables mit Sitz in München und Jülich. Werden
Sie Mitglied oder werben Sie Mitglieder für eine
Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft – unter http://www.foes.de/mitglied-werden/
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Flugverkehrsabgabe: Zwei SPD-Landeschefs verfranzen
sich in Oppositionspolitik auf Umweltkosten
Beck
und andere umweltblinde Billigflug-Populisten stehen im klaren
Widerspruch zu Parteibeschlüssen
Kommentar von
Dr. Anselm Görres, Vorsitzender des FÖS
Wer liefert die besseren
Nachrichten? Zu den besten Nachrichten der
letzten Monate gehörten die schwarz-gelben Vorschläge zur
Ökologisierung der Marktwirtschaft. Bei aller berechtigten
Kritik am Sparpaket, insbesondere an dessen sozialer
Schieflage, sollten auch Oppositionspolitiker anerkennen, dass
die Regierung hier einen mutigen Weg eingeschlagen hat. Die
Einführung einer Luftverkehrsabgabe, die Ausdehnung der
Lkw-Maut von heute 8000 um weitere 4000 Kilometer, die
erstmalige Besteuerung der Kernenergie und der Abbau längst
überholter Ökosteuerausnahmen sind im Kern vernünftige und
überfällige Maßnahmen, die man von einer liberal-konservativen
Regierung eher nicht erwartet hätte. Für Geld tun die Leute
eben alles, manchmal sogar das Vernünftige. Im Übrigen: Ein Ja zur Brennelementesteuer bedeutet noch
lange kein Ja zum fragwürdigen Nukleardeal! Leider
sorgten ausgerechnet einige namhafte SPD-Politiker in der
seitherigen Debatte um die Luftverkehrsabgabe für besonders
schlechte Nachrichten. Zu ihnen gehören der
Ex-Parteivorsitzende und Pfalz-Chef Beck und sein
Wirtschaftsminister Hering, Brandenburg-Premier Platzeck sowie
einige MdBs. Deren wichtigste sind Uwe Beckmeyer und
Hans-Joachim Hacker, der eine Sprecher für Verkehrs-, der
andere für Tourismuspolitik. Alle miteinander übertrafen
sich in Äußerungen und Lobby-Maßnahmen gegen die geplante
Luftverkehrsabgabe. Einige Kostproben: Die nationale
Einführung sei „katastrophal falsch“ und bedeute eine
„katastrophale Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der deutschen
Flughäfen“ (Beck). Platzeck behauptete gar, die
Luftverkehrsabgabe verstoße „gegen den Gleichheitsgrundsatz
des Grundgesetzes“. Hacker schlug vor, die Regierung solle
„nach dem vernichtenden Urteil zu ihren
Luftverkehrssteuerplänen den Referentenentwurf dort ablegen wo
er hingehört: in das Archiv der Schlechtleistungen der
schwarz-gelben Bundesregierung.“ Hacker wird sich noch
wundern. Wahrscheinlich werden spätere
Generationen einmal in der Einführung dieser Abgabe eine der
besten Leistungen dieser Regierung sehen! Man soll
nicht glauben, unsere Billigflugfreunde hätten sich mit ein
paar Interviews begnügt. Das arme Rheinland-Pfalz, zuletzt
gebeutelt von einigen peinlichen Fehlinvestitionen der
Beck-Regierung, hatte doch Geld genug, um flugs ein Gutachten
gegen die Flugsteuer zu bestellen, das dieser wunschgemäß
Verfassungswidrigkeit bescheinigt. In einem Fachgespräch luden
SPD-MdBs alle jene in den Bundestag, die sich schon früher als
Lobbyisten eines steuerfreien Flugverkehrs bewährt hatten, so
Air Berlin-Chef Hunold oder Verbandschef
Teckentrup. Durchschaubare Taktik der
scheinradikaleren Alternative Seit Jahren
kämpfen ökologisch orientierte Sozialdemokraten darum, eine
Ticket Tax und andere Formen der Besteuerung des bisher nahezu
steuerfreien Flugverkehrs in die Parteiprogrammatik
einzubringen. Da tut es weh, gleich zwei der noch verbliebenen
fünf SPD-Ministerpräsidenten als Lobbyisten der
Billigfliegerei zu sehen! Die beiden und ihre Mitflieger
befinden sich in offenem Widerspruch zur jüngsten
Beschlusslage der Partei:
„Wir wollen ökologisch
schädliche Subventionen in den kommenden Jahren um mindestens
5 Milliarden Euro abbauen. So werden wir die Versteuerung des
geldwerten Vorteils bei privater Nutzung von dienstlichen PKW
umweltgerecht reformieren und den Betriebsausgabenabzug für
Firmen-PKW nach Schadstoffausstoß differenzieren. Auch die
Begünstigungen weiterer umweltschädlicher Verkehrsmittel wie
dem Flugverkehr müssen beendet und diese Verkehrsmittel
angemessen besteuert werden. Die Weiterentwicklung der
ökologischen Steuerreform gehört ebenfalls auf die
Tagesordnung.“ Beschlüsse des
außerordentlichen Bundesparteitags der SPD vom 26. September
2010
Um sich nicht allzu offensichtlich
gegen diese Beschlusslage zu stellen, taten die
Abgaben-Kritiker scheinheilig so, als ob sie die von
Schwarz-Gelb konzipierte Luftverkehrsabgabe nur wegen
mangelnder Konsequenz kritisierten. Beck, Beckmeyer und Co.
sind nicht für halbe Sachen zu haben. Sie wollen die
Paneuropäische Luftverkehrsabgabe und sonst gar nichts! Leider
kennen wir derartige scheinradikalere Lösungen noch bestens
aus der Zeit, als FDP und Union zur Abwehr einer deutschen
Ökosteuerreform das Warten auf die gesamteuropäische Ökosteuer
aus dem Hut zogen − im Vertrauen darauf, dass eine solche in
Brüssel am Gebot der Einstimmigkeit in Steuerfragen scheitern
würde. Wer soll auf solche Taktiken heute noch hereinfallen −
etwa grüne Sozis? Weiter...
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Anhörung im
Haushaltsausschuss
FÖS-Geschäftsführer als Sachverständiger zum
Haushaltsbegleitgesetz gefragt
Der
Haushaltsausschuss veranstaltete in den vergangenen Wochen
zwei öffentliche Anhörungen zum Sparpaket des Bundesregierung.
Zu beiden Anhörungen wurde FÖS-Geschäftsführer Damian Ludewig
als Sachverständiger eingeladen. Die erste Sitzung am 4.
Oktober befasste sich mit Schuldenbremse, dem Volumen der
Konsolidierungsbeiträge, den Kürzungen im Sozialbereich sowie
der Einführung einer Luftverkehrssteuer und dem Abbau der
Ökosteuer-Ausnahmen. Hierzu wurde Damian Ludewig von der
CDU/CSU-Fraktion als Sachverständiger eingeladen. Eine
entsprechende Anfrage an das FÖS zur gleichen Anhörung gab es
auch von Seiten der Grünen. Ludewig begrüßte in der Anhörung
die vorgesehen ökofiskalischen Maßnahmen, wies aber auf das
wesentlich größere Potential zum Abbau umweltschädlicher
Subventionen hin. Bei der Neujustierung der
Ökosteuer-Ausnahmen forderte er eine stärkere Ausrichtung an
Energieintensität und Wettbewerbssituation, die einen
stärkeren Abbau ermöglichen würden. In Bezug auf die
Einführung einer Luftverkehrssteuer regte er einen höheren
Steuersatz für Business- und First-Class-Kunden an, um soziale
Ausgewogenheit wie ökologische Lenkungswirkung zu
verbessern. Die zweite Anhörung fokussierte sich auf
Kernbrennstoffsteuer und Energiefonds. Hierfür wurde Ludewig
von der Linksfraktion im Bundestag eingeladen und ebenfalls
von der SPD angefragt. Damit wollten uns vier von fünf
Fraktionen des Bundestages zu einer der beiden Anhörungen im
Haushaltsausschuss einladen und waren als einzige Institution
an beiden Anhörungen als Sachverständige beteiligt! Über diese
parteiübergreifende Anerkennung unserer Arbeit haben wir uns
sehr gefreut. Die Stellungnahmen des FÖS zum
Entwurf des Haushaltsbegleitgesetzes gibt es auch als Download.
Die Berichte der Pressestelle des Deutschen Bundestages sowie
die Protokolle zur Sitzung können Sie ebenfalls im Internet
nachlesen.
1. Anhörung zum Entwurf des
Haushaltsbegleitgesetzes: Stellungnahme
des FÖS, Bericht,
Protokoll
2.
Anhörung zur geplanten Kernbrennstoffsteuer: Stellungnahme
und Bericht
Presseschau
Zum
Abschluss finden Sie wie gewohnt noch
eine Zusammenstellung weiterer interessanter Beiträge zu
umweltpolitischen Entwicklungen der letzten Wochen:
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Sparen
wider Willen (Süddeutsche am 18.10.2010) Die
Bilanz ist nicht schlecht: Die Deutschen konnten ihren
Energieverbrauch zwischen 2005 und 2009 dem Statistischen
Bundesamt zufolge um insgesamt 6,7 Prozent reduzieren.Mehr…
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Süddeutsche
am 15.10.2010: Jagd auf Rohstoffe: Das Geschäft mit dem Tod
(Süddeutsche am 15.10.2010) Der skrupellose
Raubbau an der Natur bringt Milliarden, denn Rohstoffe sind
begehrt. Doch der schnelle Profit ist lebensgefährlich und
zerstört die Umwelt. Mehr…
-
Brüderle
blockiert Merkels Pläne (Spiegel Online am
09.10.2010) Bundeswirtschaftsminister Rainer
Brüderle ist nach SPIEGEL-Informationen nicht bereit, sich
bei der Europäischen Union für den Erhalt der
Steinkohlesubventionen bis zum Jahr 2018 einzusetzen. Damit
stellt er sich gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mehr…
-
Das
Kartellamt warnt vor steigenden Müllgebühren (FAZ am
09.10.2010) Das Kartellamt kritisiert die
Monopolstellung einiger Entsorger scharf. Dies werde zu
höheren Ge-bühren für die Bürger führen. Das Amt führte zwei
Razzien in großen Unternehmen durch. Mehr…
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Dunkle
Wolken (Süddeutsche am 09.10.2010) Die
Luftverkehrsabgabe kam für die Fluggesellschaften ungefähr
so überraschend wie die Asche-wolke aus Island. Beide
Ereignisse waren für die Airlines mehr oder weniger höhere
Gewalt. Mehr...
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Aigner
springt den deutschen Bauern bei (WELT am
09.10.2010) Die Landwirtschaftsministerin will
die Einbußen für deutsche Bauern in der EU begrenzen. Sie
er-wartet eine Anerkennung ihrer Leistungen. Mehr…
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Merkel
sieht keine Chance für Klima-Abkommen (Handelsblatt am
07.10.2010) Die Verhandlungen über ein neues
Klimaschutzabkommen treten auf der Stelle. Wenige Wochen vor
dem wichtigen Gipfel im mexikanischen Cancun gibt sich auch
Angela Merkel pessimistisch. Mehr…
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Auflagen
für Biblis 20 Jahre missachtet (Frankfurter Rundschau am
01.10.2010) Der Betreiber des Atomkraftwerks
Biblis A erfüllt die Anforderungen des Landes Hessen aus dem
Jahr 1991 bis zum heutigen Tag nicht. Dazu gehörten 23 der
49 technischen Auflagen für eine hö-here Sicherheit und zwei
der sechs Auflagen zum „Objektschutz“. Mehr… | |
INHALTSVERZEICHNIS
Editorial: "Nachlese Ressourceneffizienz und weitere
Highlights aus der FÖS-Arbeit"
Andrang zu FÖS/BMZ-Konferenz zu nachhaltiger
Ressourcenpolitik übertrifft Erwartungen
Neue FÖS-Studie zu Atomsubventionen
FÖS in den Medien
Flugverkehrsabgabe: Zwei SPD-Landeschefs verfranzen sich
in Oppositionspolitik auf Umweltkosten
Anhörung im Haushaltsausschuss
Presseschau
Vorstand Dr. Anselm
Görres (Vorsitz) Dipl.-Vw. Kai
Schlegelmilch (Stellvertretender Vorsitz) Florian Prange M.Sc
(Schatzmeister) Dr. Dörte Fouquet Dipl.-Vw. Helen
Lückge Dipl.-Vw. Bettina Meyer
Geschäftsführung Damian
Ludewig Andrea Sauer (in Elternzeit)
Beirat des FÖS Dr. Gerhard
Berz Prof. Dr. H.-C. Binswanger, CH Dr. Martin
Bursík, CZ Prof. Dr. Frank Convery, IRE Dr. Henner
Ehringhaus, CH Dr. Franz Fischler, EU-Agrarkomm. a.D.,
AT Josef Göppel, MdB Prof. Dr. Hartmut Graßl Dr. Barbara
Hendricks Prof. Dr. Gebhard Kirchgässner, CH Dr. Paul E. Metz,
NL Prof. Janet E. Milne, USA Yannis D. Paleocrassas,
GR Prof. Dr. Albert J. Rädler Christine Scheel,
MdB Matthias Max Schön Prof. Dr. Norbert Walter Prof. Dr.
E. U. von Weizsäcker Prof. Dr. Wolfgang Wiegard Anders Wijkman
MdEP, S Dr. Angelika Zahrnt |