Ausgabe Nr. 63 · November 2014
 
            

Editorial


Liebe Leserinnen und Leser,

am vergangenen Wochenende wurde das FÖS 20 Jahre alt. Bereits drei Wochen zuvor hatten wir unser Jubiläumsjahr gebührend gefeiert: Mit prominenten Gästen wie Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Horst Köhler, der amtierenden Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks und den ehemaligen Bundesministern Prof. Dr. Klaus Töpfer und Hans Eichel haben wir auf unsere bewegte und erfolgreiche Historie zurück-, aber vor allem auch viel nach vorne geblickt. Der Höhepunkt der Veranstaltung war sicherlich Köhlers Preisrede zur Annahme des Adam-Smith-Preises für marktwirtschaftliche Umweltpolitik, die Sie online nachlesen können. Doch auch fernab des Jubiläums hat sich einiges getan: So wurde beispielsweise unser europäisches Projekt Green Budget Europe wurde erwachsen und vor einer Woche als eigenständige NGO mit Sitz in Brüssel gegründet. 

Der Herbst gilt als stürmische Jahreszeit - auch im politischen Alltag. Für uns bedeutete dies nicht nur eine Vielzahl an Veranstaltungen, sondern auch einiges an Diskussionen rund um fiskalische Umweltinstrumente: Debatten um Atom-Rückstellungen, die Pkw-Maut oder die gerichtliche Bestätigung der Luftverkehrsteuer, um nur einige zu nennen. Interessant wird es erst recht mit Blick auf das Klimaschutz-Aktionsprogramm, den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz und das Grünbuch zum künftigen Strommarktdesign die alle am 3. Dezember durch das Bundeskabinett verabschiedet werden sollen. Wir haben eine Vielzahl an Vorschlägen hierzu beigesteuert und sind gespannt, was die Regierung davon aufgreift.

Ihnen wie immer eine anregende Lektüre!

Damian Ludewig
Geschäftsführer

 
 

FÖS in den Medien

"Energie- und Klimafonds verschlimmbessert", Artikel über die Anhörung zum Energie- und Klimafonds im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, klimaretter.info, 14.10.2014. Mehr...

"Flucht vor der Verantwortung", Artikel über die FÖS-Studie zum Thema Atomrückstellungen, Neues Deutschland, 19.09.2014. Mehr...

"Ticket-Steuer bedroht Luftverkehrsstandort", Artikel über die Diskussion um die Luftverkehrssteuer, Handelsblatt, 05.09.2014. Mehr...

"Öko-Lobby dringt im Bundestag auf Erhalt der Flugticket-Steuer", Artikel über die vom FÖS mitgetragenen Kampagne zur Luftverkehrssteuer, Der Tagesspiegel, 03.09.2014. Mehr...

"Merkels Energiewende fällt durch", Artikel über die Kritik des Bundesrechnungshofes an der Energiepolitik der Bundesregierung, Rheinische Post, 21.08.2014. Mehr...

"Industrie kommt ungeschoren davon"
, Artikel über die Änderungen nach der EEG-Reform, klimaretter.info, 05.08.2014. Mehr...

"FÖS will Pkw-Maut zur Verkehrslenkung einsetzen", Artikel über die Forderungen des FÖS zur Gestaltung der Pkw-Maut, auto-presse.de, 23.07.2014. Mehr...

 
 

FÖS-Nachrichten

Seit 20 Jahren im Einsatz für „wahre Preise“
Berlin, 07. November 2014
Am vergangenen Wochenende feierte das FÖS seine Gründung vor 20 Jahren. Der Think Tank kann auf eine bewegte und erfolgreiche Historie zurückblicken. Doch 50 Milliarden Euro umweltschädliche Subventionen machen deutlich, dass die Organisation noch lang nicht am Ziel ist. Eine Pressemitteilung ist online verfügbar.

Bestätigung der Luftverkehrsteuer ist ein richtiger Schritt
Berlin, 05. November 2014
Das Bundesverfassungsgericht hat bestätigt, dass die Luftverkehrsteuer verfassungskonform ist. Das FÖS begrüßt das Urteil und verweist auf die ökologische und ökonomische Wichtigkeit der Steuer. Eine Pressemitteilung ist online verfügbar.

Gründung von Green Budget Europe als unabhängige Organisation
Brüssel, 04. November 2014
Das bisherige FÖS-Projekt Green Budget Europe (GBE) wurde in Brüssel als eigenständige Organisation gegründet. Ziel wird es weiterhin, eine umweltgerechte Steuer- und Finanzpolitik in Europa zu fördern. Die neue Organisation wird von James Nix, ehemals Direktor der irischen NGO An Taisce geleitet. Eine Pressemitteilung in englischer Sprache ist online verfügbar.

Nur ein Cent mehr auf Sprit bringt höhere Einnahmen als Dobrindts Mini-Maut
Berlin, 31. Oktober 2014
Das immer kleiner werdende Maut-Konzept überzeugt nicht und erreicht keins der proklamierten Ziele. Um die Infrastruktur effektiver zu finanzieren, würde bereits ein minimaler Eingriff ausreichen: Eine Anpassung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um einen Cent generiert mehr Einnahmen als Dobrindts Maut-Vorschlag, dessen Aufwand das Ergebnis nicht rechtfertigt. Eine Pressemitteilung ist online verfügbar.

FÖS zeichnet Bundespräsidenten a. D. Prof. Dr. Horst Köhler mit dem Adam-Smith-Preis 2014 aus
Berlin, 17. Oktober 2014
Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS) hat dem Bundespräsidenten a. D. Prof. Dr. Horst Köhler den diesjährigen Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik verliehen. Damit würdigt das FÖS das Engagement von Horst Köhler für einen ökologisch-sozialen Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft. Als Bundespräsident hat sich Horst Köhler dafür eingesetzt, Umweltkosten stärker in die Marktpreise zu integrieren und damit den Boden bereitet für eine Weiterentwicklung der Ökologischen Finanzreform durch die schwarz-gelbe Bundesregierung. Eine Dokumentation der Preisverleihung sowie die Preisrede des Bundespräsidenten a. D. sind online verfügbar.


Teilerfolg für Transparenz und Insolvenzschutz von Atomrückstellungen
Berlin, 10. Oktober 2014
Das FÖS begrüßt die Entscheidung des Bundesrates, den Antrag der Länder Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Hessen zur Steigerung von Transparenz und Insolvenzschutz der Atomrückstellungen im zweiten Anlauf zu beschließen. Dies ist ein klares Signal an die Bundesregierung, eine unabhängige Überprüfung, verstärkte Transparenz und erhöhten Insolvenzschutz der Atomrückstellungen jetzt auf den Weg zu bringen. Das FÖS hat hierzu konkrete Analysen und Reformbausteine vorgelegt.

Ein Plädoyer für Umdenken im Tourismus
Berlin, 10. Oktober 2014
Umwelt- und Entwicklungsorganisationen setzen sich seit Jahren für nachhaltige Mobilität und die Begrenzung der klimaschädlichen Wirkung insbesondere des Luftverkehrs ein. Dabei steht auch der Tourismus im Fokus. Anlässlich des 18. Tourismusgipfels des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) legt eine Gruppe von Verbänden und Organisationen ein Plädoyer für ein Umdenken im Tourismus vor.


Atomkonzerne dürfen nicht aus der Verantwortung entlassen werden
Berlin, 19. September 2014
Weil es den Atomkonzernen schlecht geht, soll es keine Insolvenzsicherung geben? Der Bundesrat wollte heute einen Prüfungsantrag zum Umgang mit den Folgekosten der Atomenergienutzung beschließen. In letzter Sekunde wurde der Antrag jedoch auf Drängen Nordrhein-Westfalens von der Tagesordnung gestrichen. Gerade der Verweis auf die wirtschaftliche Krise der dortigen Atomkonzerne zeigt, dass die Milliarden-Rückstellungen abgesichert werden müssen. Eine Pressemitteilung ist online verfügbar.


FÖS legt Konzept für Atomrückstellungen vor: Finanzielle Risiken für die öffentliche Hand sollen verringert werden
Berlin, 18. September 2014
Das FÖS hat im Auftrag des BUND die derzeitige Praxis und die daraus resultierenden Probleme der Atomrückstellungen in Deutschland analysiert. Dabei wird deutlich, dass die finanziellen Mittel der KKW-Betreiber für Stilllegung, Rückbau und Entsorgung nicht ausreichend gesichert sind. Das FÖS schlägt ein Reformkonzept vor, das Transparenz und Insolvenzschutz der Rückstellungen erhöht und einen öffentlich-rechtlichen Fonds zur Insolvenzsicherung langfristiger Verpflichtungen auflegt. Die Studie sowie eine Pressemitteilung sind online verfügbar.

Neue Schriftenreihe "movum - Briefe zur Transformation" erschienen
Berlin, August 2014
Im August wurde die erste Ausgabe des neuen Diskursmediums zum Thema "Kreisläufe" veröffentlicht. Die Schriftenreihe wird von den Umweltorganisationen BUND, Deutsche Umweltstiftung, EuroNatur, NaturFreunde sowie dem FÖS herausgegeben. movum erscheint alle zwei Monate im GutWetter Verlag und wird vom Umweltbundesamt gefördert. Die Ausgabe "Kreisläufe" ist online verfügbar.

Effizienzberatung in Unternehmen voranbringen
Berlin, August 2014
Mit einem Gesetzentwurf zur Einführung von Energieaudits in großen Unternehmen will die Bundesregierung eine Vorgabe der EU-Energieeffizienzrichtlinie umsetzen. Das FÖS befürwortet in einer Stellungnahme die Einbeziehung weiterer Unternehmen sowie höhere Standards für Effizienzberatung und –umsetzung. Die Stellungnahme mit den konkreten Kritikpunkten und Änderungsvorschlägen ist online verfügbar.

Intelligentes Maut-Konzept statt Ausnahmen für Grenzregionen
Berlin, 23. Juli 2014
Innerhalb der CSU ist ein Streit um Ausnahmen bei der Pkw-Maut entbrannt. Die Sorgen grenznaher Regionen sind verständlich und zeigen, wie ungerecht dieses Maut-Konzept ist. Stattdessen könnte eine intelligente und fahrleistungsabhängige Pkw-Maut alle Probleme lösen. Eine Pressemitteilung ist online verfügbar.

Keine Anreize zur Umweltverschmutzung setzen
Berlin, 21. Juli 2014
FÖS-Geschäftsführer Damian Ludewig äußert sich in der Rubrik „Meinung der Woche“ des Online-Portals energiezukunft.de zum Thema umweltschädliche Subventionen. Statt Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung finanziell zu unterstützen, sollte besser nachhaltiges Wirtschaften belohnt werden. Den Beitrag können Sie online nachlesen.

 

Buchrezension

Friedrich Schmidt-Bleek: "Grüne Lügen. Nichts für die Umwelt, alles fürs Geschäft – wie Politik und Wirtschaft die Welt zugrunde richten"
Dr. Botho Kickhöfer, München, August 2014

Haben wir im Kampf gegen den Klimawandel zu lange nur in eine Richtung gedacht? Nach der Lektüre des Buches „Grüne Lügen“ möchte man es meinen. Denn Prof. Friedrich Schmidt-Bleek, Gründungsvizepräsident des Wuppertal-Instituts, argumentiert mit Vehemenz gegen die einseitige Fokussierung des ökologischen Diskurses auf Klimawandel, CO2-Problematik sowie „End-of-the-pipe“-Lösungen.  Man schaut also auf das Ende einer Ursachen-Folge-Kette, betreibt nachsorgende Umweltpolitik statt bei der Entstehung der Probleme anzusetzen. Zudem würde der Blick fast nur auf Aspekte gerichtet, die für den Menschen gesundheitsschädlich sind, statt vorrangig die Stabilität der Ökosphäre im Auge zu haben. Damit blieben jedoch 80 Prozent der derzeitigen Umweltprobleme politisch unbeleuchtet.

Die ökologischen Kosten der „Umweltretter“
Besonders kritisch sind nach Schmidt-Bleek zwei Implikationen dieser verengten Sichtweise: Zum einen erklärt man die Emissionen, die beim Betrieb technischer Geräte entstehen, zum Hauptverursacher des Klimawandels - mit Ökosiegeln, z.B. für Energieverbrauch, meint man ein Gegengewicht zu schaffen. Tatsächlich aber trägt, so der Autor, „die Entnahme, Bewegung und Verarbeitung von Ressourcen jeglicher Art insgesamt bedeutend stärker zur Erhöhung von Emissionen klimawirksamer Gase bei“, etwa durch Düngemittel, Palmöl- und Rindfleischproduktion oder Brandrodungen. Außerdem werden dabei die ökologischen Kosten stillschweigend mit dem Energieverbrauch beim Betrieb gleichgesetzt und wir erfahren gar nicht, wie energieaufwendig die Herstellung eines (im Verbrauch umweltschonenden) Produktes ist und welche anderen (externen) Kosten entstehen. Die Umweltfreundlichkeit von Produkten lässt sich bestimmen, so Schmidt-Bleek, indem man misst wieviel Kilogramm Natur in einem Kilogramm Produkt stecken: Er nennt das den „Ökologischen Rucksack“. Entsprechend dieser Analyse schneiden die medial und politisch hoch gehandelten „Umweltretter“ Elektromobilität, Hybridantrieb und Solarenergie gar nicht gut ab.

Zeit für eine Ressourcenwende
Das positive Kernanliegen des Autors ist eine Ressourcenwende, die marktkonform und kostengünstig zu realisieren sei. Sie ruht auf zwei Säulen: Die erste Säule wird von einer ehrlichen Umweltbilanz gebildet. Diese Bilanz muss ein vollständiges, realistisches Bild des Produktes und seiner Entstehungsgeschichte zeichnen und weltweit auf denselben Prinzipien für alle Produkte und Dienstleistungen basieren. Hierzu berechnet man die „Ökologischen Rucksäcke“, wozu es bereits umfangreiche Studien gibt. Darüber hinaus ist der Materialeinsatz pro Einheit, der „materielle Fußabdruck von der Wiege bis zur Bahre“ zu ermitteln. Oder besser: „von der Wiege bis zur Wiege“, was ein erfolgreiches, umfassendes Recycling samt möglicher Qualitätsverbesserungen („upcycling“) während des Produktkreislaufs einschließt. So könnte der Verbrauch pro Person, Gemeinde oder Volkswirtschaft berechnet, unser Handeln ökologisch bewertet und effektiver Umweltschutz angegangen werden. Die zweite Säule besteht nach Schmidt-Bleek in der „ Dematerialisierung der Wirtschaft“, womit er die Verringerung des umweltbelastenden Materialverbrauchs meint. Es geht also darum, mit weniger Material mehr Nutzen zu produzieren. Dies muss bei der Planung und Herstellung von Produkten beginnen, setzt sich in längerer Haltbarkeit und breiterer Nutzung fort (etwa durch sharing-Modelle) und beinhaltet letztendlich auch eine effiziente Logistik. Erst dann lässt sich von wirklich vorsorgendem Umweltschutz sprechen.

Kein Naturverbrauch zum Nulltarif
Akzeptiert man die Notwendigkeit der zwei Säulen für die Ressourcenwende, so drängt sich die Frage auf, welche Maßnahmen unternommen werden müssen. Hier verfolgt der Autor denselben Ansatz wie das FÖS: Es muss Schluss sein mit dem Naturverbrauch zum Nulltarif. Wer Natur verbraucht, muss zahlen. Das wird die Ressourcenproduktivität und zugleich die Rentabilität (aufgrund verringerten Materialbedarfs) erhöhen, ökologische Belastungen mindern und zukunftsfähige Innovationen generieren, die das Prädikat „umweltverträglich“ verdienen. Gerade in diesem Zusammenhang erwähnt Schmidt-Bleek auch das FÖS, das schon länger Ressourcenschonung und den Abbau umweltschädlicher Subventionen in den Fokus stellt. Wer eine FÖS- Beschreibung der notwendigen, praktikablen und kostenneutral zu gestaltenden Ressourcensteuer aus der Feder eines anerkannten Wissenschaftlers lesen möchte, der findet speziell in den Kapiteln 11 und 12 gute Argumente für die „Steuerreform der Ressourcenwende“ und gegen mögliche Einwände wie potentielle Arbeitsplatzverluste, drohende Ungerechtigkeiten oder Wettbewerbsverzerrungen.

Angesichts des politischen und medialen Mainstreams in der Ökologie-Debatte ist das Buch mit dem provokanten Titel „Grüne Lügen“ zu begrüßen. In der Wissenschaft ist die Ressourcenproblematik schon seit längerer Zeit angekommen und es gibt eine Reihe von gründlichen Studien zu diesem Thema. Hierzu hätte man beim „Öko-Pionier“ (Wirtschaftswoche) Schmidt-Bleek gerne etwas mehr gelesen. Insbesondere wäre eine Würdigung des Berichts der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Deutschen Bundestages hilfreich gewesen (u.a. Madlener, Reinhard und Blake Alcott 2011: Herausforderungen für eine technisch-ökonomische Entkoppelung von Naturverbrauch und Wirtschaftswachstum, sowie Hennicke, Peter et al. (Hrsg.) 2011: Aus weniger mehr machen).

Das Buch von Friedrich Schmidt-Bleek ist im Ludwig Verlag (ISBN: 978-3-453-28057-1) erschienen und kostet 19,99 Euro.

 
 

Publikationshinweise

WMO Greenhouse Gas Bulletin
WMO Global Atmosphere Watch (September 2014) 
Laut dem aktuellen Report des Global-Atmosphere-Watch (GAW)-Programm der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) haben die CO2-Werte im Jahr 2013 einen neuen Höchststand erreicht. Mit einem Anstieg um 2,9 ppm (parts per million) zum Vorjahr handelt es sich um die größte Zunahme an CO2 in der Atmosphäre seit 1984.

The potential triple win in smart tax reforms: competitiveness, jobs and the environment
JRC & DG TAXUD (August 2014) 
Die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC) und das Generaldirektorat Steuern und Zollunion (DG TAXUD) stellen in einer neuen Studie einen Vorschlag zur Besteuerung von Unternehmen vor. Das Resultat: Eine Steuersenkung auf den Faktor Arbeit bei gleichzeitiger Erhöhung der Energiesteuern kann zu erheblichen Effizienzgewinnen in Unternehmen führen. Damit könnten nicht nur neue Jobs geschaffen, sondern auch ein Wandel hin zu einer grünen Wirtschaftsweise erreicht werden.

Geschichte der Umweltpolitikberatung
Ecologic Institut & Ecornet (August 2014) 
Das Projekt „‚Vom blauen Himmel über der Ruhr‘ bis zur Energiewende“ untersucht anhand von Interviews die Anfänge und Entwicklung der wissenschaftsbasierten Umweltpolitikberatung. Als Interview-Partner standen u.a. die FÖS-Beiratsmitglieder Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker und Prof. Dr. Angelika Zahrnt Rede und Antwort.

Reform der Abwasserabgabe: Optionen, Szenarien und Auswirkungen einer fortzuentwickelnden Regelung
Umweltbundesamt (Juli 2014) 
Das Umweltbundesamt analysiert in einem Gutachten mögliche Reformschritte der ge-samten deutschen Abgabenkonstruktion. Es werden drei Reformszenarien entworfen (Lenkungsertüchtigung, Vollzugsunterstützung und Vollzugsvereinfachung) und nach insgesamt fünf Kriterien (Lenkung, Vollzugshilfe, Verwaltungsaufwand, Belastung und Akzeptanz) bewertet. Die Studie spricht sich für ein Reformszenario der Lenkungsertüchtigung der Abwasserabgabe aus.

Report of the EEA Scientific Committee Seminar on Environment, Human Health and Well-Being
European Environmental Agency (Juli 2014) 
Der Wissenschaftliche Ausschuss der Europäischen Umweltagentur (EEA) spricht sich in seiner Zusammenfassung der Konferenz „Environment, Health and Wellbeing (EHWB)“ für eine interdisziplinäre Herangehensweise bei Umweltproblemen aus. Die Forschung solle die Integration ihrer Fachbereiche intensivieren und damit auf die Zusammenhänge zwischen sozio-technologischen Systemen und der Umwelt reagieren. Die Umsetzung der EHWB-Ergebnisse soll im 7. Umweltaktionsprogramm der EU erfolgen. Weitere Anstrengungen durch EU-Kommission und betroffene Stakeholder seien jedoch erforderlich.


 
 

Veranstaltungshinweise

FÖS-Jubiläumsfeier "20 Jahre für das Verursacherprinzip und marktwirtschaftliche Umweltpolitik"
11. November 2014, 19.30 Uhr
Juristische Bibliothek, neues Rathaus, München

Am 11. November feiert das FÖS in München nochmals seinen 20. Geburtstag: "20 Jahre für das Verursacherprinzip und marktwirtschaftliche Umweltpolitik". Für die Jubiläumsveranstaltung konnte mit dem Münchener Oberbürgermeister a. D. Christian Ude ein prominenter Festredner gewonnen werden. Weitere Informationen finden Sie in der Einladung.

Grüne Lügen oder: Kein Umweltschutz ohne Ressourcenwende
02. Dezember 2014, 18:30 Uhr
münchner zukunftssalon, Waltherstr. 29 (Rückgebäude), München (Karte)
In seinem Buch „Grüne Lügen“ greift Prof. Friedrich Schmidt-Bleek, Gründungs-Vizepräsident des Wuppertal-Instituts, den Vorschlag einer Ressourcensteuer auf, um mehr Effizienz und Recycling zu fördern. Grund genug für die FÖS-Regionalgruppe München, um alle Interessierten zu einer Diskussion einzuladen. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen unter RG.Muenchen(at)foes.de. Weitere Informationen zur Veranstaltung sind online verfügbar.

 
 

Veranstaltungsnachlese

Tag der Ökologisch-Sozialen Marktwirtschaft 2014   
12. September 2014, Umweltbundesamt, Berlin
Gemeinsam mit der Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. hat das FÖS den "Tag der Ökologisch-Sozialen Marktwirtschaft" gefeiert. Bei einer Diskussionsveranstaltung im Umweltbundesamt in Berlin diskutierten Experten aus Politik und Zivilgesellschaft die Perspektiven der Ökologisch-Sozialen Marktwirtschaft. Eine Dokumentation der Veranstaltung ist online verfügbar.

"Ausschreibungsmodelle für Energieeffizienz: Ein Markt für eingesparte Kilowattstunden" und "Steuerliche Abschreibung von energetischen Sanierungen: Perspektiven für eine ökologisch-soziale Ausgestaltung"
26. September 2014, Landesvertretung Sachsen-Anhalt, Berlin
Das FÖS hat zum Thema Energieeffizienz zwei Workshops veranstaltet: Zum einen wurden verschiedene Ausschreibungsmodelle vorgestellt und von Stakeholdern und Experten diskutiert. Im zweiten Workshop wurde untersucht,
unter welchen Voraussetzungen die steuerliche Förderung von energetischen Sanierungen ökologisch und sozial ausgestaltet werden kann. Eine Dokumentation der Veranstaltungen ist online verfügbar.

FÖS-Jubiläums- und Jahrestagung 2014: "20 Jahre für eine nachhaltige Zukunft"
16.- 18. Oktober 2014, Tagungs- und Veranstaltungszentrum Palisa.de, Berlin
Anlässlich unseres 20-jährigen Jubiläums begann die diesjährige Jahrestagung bereits am Donnerstag mit der Fachkonferenz „Umsteuern?! Zukünftige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur“. Am Abend wurde das zweifache Jubiläum „20 Jahre FÖS – 15 Jahre Ökologische Steuerreform“ gefeiert, u.a. mit Reden von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks und Bundesminister a. D. Prof. Dr. Klaus Töpfer. Am Freitagmorgen wurde Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Horst Köhler mit der dem diesjährigen Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik ausgezeichnet. Im Anschluss fand die Fachkonferenz "Energische Effizienzwende für eine effiziente Energiewende" statt. Am Samstag beschloss die Mitgliederversammlung die Jahres- und Jubiläumstagung. Eine Dokumentation der Veranstaltungen ist online verfügbar.

GBE-Gründung und Jahreskonferenz: "Recovery, Jobs and Sustainable Prosperity. A New Agenda for Green Fiscal Reform in Europe"
05. November 2014, Brüssel, Belgien
Die diesjährige GBE-Jahreskonferenz fand am 05. November 2014 in Brüssel statt. Am Tag zuvor wurde GBE als eigenständige NGO mit Sitz in Brüssel gegründet. Eine Dokumentation der Veranstaltung ist online verfügbar.


INHALTSVERZEICHNIS
Editorial                                                   
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