Ausgabe Nr. 65 · Januar 2015
 
         

Editorial


Liebe Leserinnen und Leser,

das FÖS-Team wünscht Ihnen alles Gute zum neuen Jahr! Ein Jahr, das zwiespältig begann: Denn sinkende Weltmarktpreise für Rohöl torpedieren Energieeffizienz und Klimaschutz. Der Preisverfall birgt die Gefahr, dass sich der Rückgang des Flottenverbrauchs und damit der CO2-Emissionen verlangsamen und gleichzeitig der Trend zu spritdurstigen SUVs zunimmt. Eine andere, aus ökologischer Sicht, unschöne Meldung kommt vom Kraftfahrtbundesamt: Der Anteil gewerblicher Neuzulassungen war 2014 so hoch wie nie - nahezu zwei Drittel der Neuzulassungen von Pkw in Deutschland. Das Dienstwagenprivileg lenkt in die falsche Richtung! Denselben Irrweg nimmt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt mit seinem Maut-Konzept. Trotz Kritik der Landesminister, von Verbänden, Opposition, vom wissenschaftlichen Dienst, Verkehrsausschuss des Bundestages, von Nachbarländern und von der Europäischen Kommission, hat der Gesetzesantrag die nächste Hürde genommen und das Kabinett am 17. Dezember 2014 passiert.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Bei der Lkw-Maut tut sich etwas. Seit dem ersten Januar gelten die niedrigeren Mautsätze. Aufgrund der niedrigen Zinssätze haben sich die Kapitalkosten bei den Wegekosten verringert. Um die sinkenden Ausnahmen auszugleichen, wird die Lkw-Maut ausgeweitet. Sie gilt dann auf weiteren Bundesstraßen und für alle Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen.

Außerdem hat Bundeswirtschaftsminister Gabriel sich gegen Kapazitätsprämien für fossile Kraftwerke ausgesprochen. Dem stimmen wir zu, denn umweltschädliche Subventionen sollten nicht aus-, sondern dringend abgebaut werden. Dass konventionelle Kraftwerke weit mehr Kosten produzieren, als auf der Stromrechnung vermerkt werden, zeigt unsere Studie "Was Strom wirklich kostet". Gäbe es eine Konventionelle-Energien-Umlage, wäre sie fast doppelt so hoch wie EEG-Umlage. Das heißt eben auch: Erneuerbare Energien sind bereits heute kostengünstiger als konventionelle Energieträger, wenn außer dem Strompreis auch die Kosten von staatlichen Förderungen und Kosten für Umwelt- und Klimaschäden sowie nukleare Risiken einbezogen werden. Und dass die Rohölpreise fallen, kann auch etwas Gutes haben – es eröffnet die Chance für eine neue Runde einer ökologischen Finanzreform. Mehr und mehr Journalist_innen schließen sich bereits der Forderung an: "Her mit einer Steuer auf Öl". Damit würde die Wirtschaft unabhängiger von fossilen Brennstoffen und wäre gleichzeitig für den nächsten Preisanstieg besser gewappnet.

Um diese Debatte vorzubereiten und zu gewinnen, sind wir nach wie vor dringend auf Ihre Unterstützung angewiesen – auf Ihre Spenden, Ihre Argumente, Ihre Kontakte! Aber es hilft auch schon, wenn Sie einfach mal am Familientisch, unter Kolleg_innen oder auch in einem Brief an Ihren Wahlkreisabgeordneten darauf hinweisen, dass Preise heute nicht die ökologische Wahrheit sagen und unser Steuersystem viel sinnvoller ausgestaltet sein könnte, wenn es Ressourcenverschwendung statt Arbeitsplätze verteuern würde. Nun aber wie immer erst einmal eine anregende Lektüre!

Damian Ludewig
Geschäftsführer

 
 

FÖS in den Medien

"Ökostrom schlägt fossile Energien", Artikel zur FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", Deutsche Welle, 21.01.2015. Mehr...

"Energiedialog in München enttäuscht", Artikel mit Erwähung der FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", Augsburger Allgemeine, 21.01.2015. Mehr...

"Hohe versteckte Kosten für Kohle und Atom", Artikel über die FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", Neues Deutschland, 16.01.2015. Mehr...

"Greenpeace-Studie liefert überraschende Zahlen", Artikel über die FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", WDR, 15.01.2015. Mehr...

"Was Strom wirklich kostet", Radiobeitrag über die FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", WDR, 15.01.2015. Mehr...

"Die versteckten Kosten von Atom und Kohle", Radiobeitrag über die FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", Deutschlandfunk, 15.01.2015. Mehr...

"Studie: Versteckte Kosten für Kohle- und Atom höher als EEG-Umlage", Artikel über die FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", Zeit Online, 15.01.2015. Mehr...

"Greenpeace rechnet alternative Energie billig", Artikel über die FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", Handelsblatt, 15.01.2015. Mehr...

"Was Strom wirklich kostet", Artikel und Radiobeitrag über die FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", MDR, 15.01.2015. Mehr...

"Die Kohle-Lüge: Warum Ökostrom in Wirklichkeit der billigste Strom ist", Artikel über die FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", Focus Online, 15.01.2015. Mehr...

"Was Strom wirklich kostet", Radiobeitrag über die FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", NDR Info, 15.01.2015. Mehr...

"Die Umlage steigt", Artikel über die FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", klimaretter.info, 15.01.2015. Mehr...

"Stürmischer Ausbau des Meeresstroms", Artikel über die FÖS-Studie "Was Strom wirklich kostet", Südwest Presse, 15.01.2015. Mehr...

"Wer soll das bezahlen?", Artikel über Atom-Rückstellungen mit Erwähnung einer FÖS-Studie, Der Tagesspiegel, 05.01.2015. Mehr...

"Was kostet die AKW-Abwicklung?"
, Fernsehbeitrag über Atom-Rückstellungen mit FÖS-Energieexpertin Swantje Küchler, ZDF Heute Journal, 02.01.2015. Mehr...

"Realistisch betrachtet", Interview mit dem stellvertretenden FÖS-Vorsitzenden Kai Schlegelmilch über das Thema Unternehmenswert, Enorm Magazin, Ausgabe 06, Dezember 2014. Mehr...

 
 

FÖS-Nachrichten

Effizienzberatung in Unternehmen voranbringen
Berlin, 26. Januar 2015
Mit einem Gesetzentwurf zur Einführung von Energieaudits in großen Unternehmen will die Bundesregierung eine Vorgabe der EU-Energieeffizienzrichtlinie umsetzen. Als Sachverständiger in der öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie befürwortete das FÖS die Einbeziehung weiterer Unternehmen sowie höhere Standards für Effizienzberatung und -umsetzung. Die Stellungnahme mit den konkreten Kritikpunkten und Änderungsvorschlägen ist online verfügbar, ebenso die Video-Aufzeichnung der Ausschusssitzung.

Was Strom wirklich kostet: Konventionelle-Energien-Umlage fast doppelt so hoch wie EEG-Umlage
Berlin, 15. Januar 2015
Erneuerbare Energien sind bereits heute kostengünstiger als konventionelle Energieträger, wenn außer dem Strompreis auch die Kosten von staatlichen Förderungen und Kosten für Umwelt- und Klimaschäden sowie nukleare Risiken einbezogen werden. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie "Was Strom wirklich kostet", welche das FÖS im Auftrag von Greenpeace Energy erstellt hat. Darin werden die staatlichen Förderungen von konventionellen und erneuerbaren Energieträgern sowie die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Stromerzeugung verglichen. Die Studie ist als Kurzfassung und als Langfassung verfügbar. Eine Pressemitteilung und ein Factsheet von Greenpeace Energy sind online verfügbar.


Anteil gewerblicher Neuzulassungen so hoch wie nie - Dienstwagenprivileg lenkt in die falsche Richtung
Berlin, 07. Januar 2015
Gewerbliche Fahrzeuge machten 2014 nahezu zwei Drittel der Neuzulassungen von Pkw in Deutschland aus. Dienstwagen werden jährlich mit fast fünf Milliarden Euro steuerlich subventioniert - auf Kosten der Allgemeinheit und der Umwelt. Die Bundesregierung sollte eine ökologische und soziale Reform anstoßen, um diese Fehlanreize zu beseitigen. Eine Pressemitteilung ist online verfügbar.

Dritte Ausgabe von "movum" veröffentlicht - Thema: Landwirtschaft
Berlin, 19. Dezember 2014
In der Dezember-Ausgabe von "movum - Briefe zur Transformation" geht es um bäuerlich-ökologische, solarbasierte ‪Agrarkultur‬, die für genügend Lebensmittel, Arbeitsplätze und dauerhaft gute Umweltbedingungen sorgt. "movum" liegt in gedruckter Form regelmäßig und kostenlos dem enorm Magazin bei und wird vom FÖS mitherausgegeben. Die Ausgabe "Landwirtschaft" ist auch online verfügbar.

 
 

Publikationshinweise

Stickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes Problem
Sachverständigenrat für Umweltfragen (Januar 2015) 
Das Sondergutachten „Stickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes Umweltproblem“ des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) thematisiert die negativen Auswirkungen von hohen Stickstoffoxidkonzentrationen in der Luft für Umwelt und Gesellschaft. Der SRU befürwortet daher unter anderem Handlungsoptionen, die das FÖS in früheren Studien bereits vorgeschlagen hat: Dazu zählt die Einführung einer Umweltabgabe auf Stickstoffüberschüsse sowie die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Fleischprodukte. Ebenso werden eine Weiterentwicklung der europäischen Luftreinhaltepolitik und eine entsprechende Novelle der Düngeverordnung gefordert. Der Sachverständigenrat fordert die Bundesregierung auf, eine nationale Stickstoffstrategie zu erarbeiten.

Energiestückkosten als Indikator für Wettbewerbsfähigkeit

Robert Germeshausen, Andreas Löschel (Januar 2015) 
Die Autoren der Studie „Energiestückkosten als Indikator für Wettbewerbsfähigkeit“ untersuchen, inwiefern Unternehmen bei der Produktion durch hohe Strom- und Energiepreise belastet werden. Dabei zeigt sich, dass die deutsche Wirtschaft vergleichweise weniger stark durch hohe Strompreise belastet wird, als Unternehmen häufig öffentlich suggerieren. Zur Untersuchung verwendeten die Autoren Energiestückkosten als Indikator, wodurch auch Faktoren wie Energieeffizienz und die Produktivität einer Volkswirtschaft zur Geltung kamen. Jene Aspekte wie u.a. Energieeffizienz und Produktivität der Angestellten sorgen dafür, dass hohe Strom- und Energiepreise weniger negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben.

Auf dem Weg zum 40%-Klimaziel: Mehr Wind an Land und Photovoltaik - warum die Deckelung keine Kosten spart
Uwe Nestle (Dezember 2014) 
Den Ausbau erneuerbarer Energien auszubremsen, ist nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht unsinnig. Dies ist das zentrale Ergebnis der Studie "Mehr Wind an Land und Photovoltaik - warum die Deckelung keine Kosten spart", die von FÖS-Vorstandsmitglied Uwe Nestle im Auftrag von Greenpeace erstellt wurde. Vergütungen für erneuerbare Energien sind bereits so niedrig, dass sich der Bau von neue Wind- und Photovoltaikanlagen inzwischen kaum noch auf die Strompreise auswirken würde. Mit einem entschlossenen Ausbau der Erneuerbaren ließe sich zudem ein schnelleres Abschalten von Kohlekraftwerken ermöglichen und Deutschland näher an die für 2020 festgesetzten Klimaziele bringen
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Veranstaltungshinweise

Alternativer Energiegipfel "Energiewende - Erfolg ohne Ende!?"
VKU Forum Berlin, 09. Februar 2015
Die Energiewende ist nicht mehr aufzuhalten. Die Transformation unserer Gesellschaft und unseres Wirtschaftssystems hin zu einem Zeitalter der erneuerbaren Energieversorgung ist eine notwendige Antwort auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Sie sind eingeladen, gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft Bilanz zu ziehen und auf die Erfolge und Chancen der Energiewende zu blicken. Die Energiewende „Made in Germany“ als globales Erfolgsmodell soll dabei ebenso diskutiert werden wie die Chancen einer dezentralen und erneuerbaren Energieversorgung in Ländern des globalen Südens. Weitere Informationen zur Veranstaltung sind online verfügbar.

DENEFF-Jahresauftaktkonferenz: „Customer Insights als Schlüssel für Energieeffizienzinvestitionen“
Umweltforum Auferstehungskirche Berlin, 24. Februar 2015
Etwa 250 Entscheider aus Energieeffizienzwirtschaft, Verbänden, Politik, NGOs und Wissenschaft treffen sich am 24. Februar zum fachlichen Austausch im Umweltforum Auferstehungskirche in Berlin. Das Thema der diesjährigen DENEFF-Jahresauftaktkonferenz lautet: „Customer Insights als Schlüssel für Energieeffizienzinvestitionen“. Bis zum 10. Februar haben Sie die Möglichkeit, sich für die Konferenz anzumelden. Weitere Informationen zur Veranstaltung sind online verfügbar.


FÖS-Jahrestagung 2015: "Der Königsweg zur Senkung von Energieverbrauch und Energiekosten"

Evangelische Akademie Loccum, 08. - 10. Mai 2015

Die FÖS-Jahrestagung 2015 wird vom 8. bis 10. Mai im niedersächsischen Loccum (Evangelische Akademie) bei Hannover stattfinden und sich um das Thema „Energieeffizienz“ drehen. Am frühen Nachmittag des letzten Tages wird die Mitgliederversammlung die Jahreskonferenz beschließen. Erste Informationen zur Veranstaltung finden Sie online. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich den Termin schon einmal vormerken würden.


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