Braunkohleverstromung

Hintergrund der Studie

Deutschland wird die selbstgesteckten klimapolitischen Ziele für das Jahr 2020 nicht erreichen. Ein Grund dafür ist, dass der Energieträger Braunkohle hier nach wie vor einen hohen Stellenwert besitzt: Rund ein Viertel des deutschen Stroms stammte 2017 aus Braunkohlekraftwerken. Wie Informationen des Bundesverbands Braunkohle (DEBRIV) suggerieren, sei dieser Strom kostengünstig und subventionsfrei.
Um aufzuzeigen, dass die Braunkohleverstromung keineswegs eine günstige Form der Stromerzeugung, sondern mit hohen gesellschaftlichen Kosten verbunden ist, hat das FÖS unter Leitung von Rupert Wronski im Auftrag von Greenpeace Energy die Studie „Was Braunkohlestrom wirklich kostet" erstellt.

Zentrale Ergebnisse

Dass Braunkohle ein günstiger und subventionsfreier Energieträger sei, ist ein Mythos. Nach Berechnungen des FÖS, basierend auf Daten des Umweltbundesamts (UBA), belaufen sich die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Braunkohleverstromung auf 27,9 Mrd. Euro. Diese Kosten setzen sich aus zwei Bestandteilen zusammen:

Externe Kosten

Der Löwenanteil der Kosten (26,3 Mrd. Euro) der Braunkohleverstromung sind nicht-internalisierte, externe Kosten. Also Kosten, die nicht von den Verursachern, sondern von Dritten oder von der Gesellschaft getragen werden. Diese externen Kosten werden zum einen durch Klimaschäden (23,2 Mrd. Euro) verursacht. Da die emittierten Treibhausgase den Klimawandel verstärken, hat die Braunkohle-verstromung drastische Konsequenzen: Folgen sind ein Anstieg des Meeresspiegels, Extremwetterereignisse und Klimamigration.
Zum anderen entstehen externe Kosten durch Gesundheitsschäden (3,1 Mrd. Euro): Braunkohlekraftwerke setzen Schadstoffe wie Quecksilber, Feinstaub und Stickoxide frei. Diese können zu Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma oder Lungenkrebs führen.

Staatliche Förderungen

Zudem wird Braunkohle noch heute staatlich gefördert: Rund 2 Mrd. Euro an Kosten verursachen subventionsartige Förderungen wie die Energiesteuervergünstigung. Weiter Kostenfaktoren sind u.a. die Sicherheitsbereitschaft bestimmter Braunkohlekraftwerke und die Befreiung der Braunkohle von der Förderabgabe.

Würde man die Zusatzkosten, die sich aus Klima- und Gesundheitsschäden sowie staatlichen Förderungen subsummieren, auf den Verbrauch umlegen, ergäbe sich eine Braunkohle-Umlage von 7,9 Cent je Kilowattstunde:

Fazit

Die Ergebnisse der Studie „Was Braunkohlestrom wirklich kostet" zeigen, wie unwirtschaftlich und umweltschädlich der Energieträger Braunkohle ist. Würde Deutschland vollständig auf Braunkohlestrom verzichten, ließen sich jährlich Kosten von knapp 28 Mrd. Euro vermeiden. Oder anders betrachtet, würden die Zusatzkosten der Braunkohleverstromung nach EEG-Methode umgelegt, hätte die Braunkohleumlage den Strompreis im Jahr 2017 um rund 8 Ct/kWh verteuert.
Braunkohle ist also weder kostengünstig noch subventionsfrei. Diese Tatsache sollte in Zukunft klar und transparent kommuniziert werden.

Hier finden Sie die vollständige Studie.

Hier finden Sie weiterführende Informationen zu Strompreis und -kosten: Studie "Was Strom wirklich kostet"