Kostendebatte und EEG

Kostendebatte und EEG

Beim Thema Energiewende steht die Kostendebatte häufig im Vordergrund. Stimmen aus Politik und Wirtschaft sprechen davon, dass die Energiewende „bezahlbar“ bleiben müsse. Dabei schafft eine konsequent umgesetzte Energiewende eine positive volkswirtschaftliche Rendite. Der Wert der vermiedenen Umweltschäden, die Beschäftigungs- und Innovationswirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien übersteigt bereits heute die Kosten der Investitionen. Die Debatte um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat eine irreführende Kostendiskussion mit sich gezogen. Eine genauere Analyse der Fakten zeigt, dass der Ausbau Erneuerbarer Energien schon heute die Gesamtkosten der Energieerzeugung senkt.

Acht Thesen des FÖS zur Strompreisdebatte
Das FÖS fordert eine Energiepolitik, die Zweck und Nutzen der Energiewende hartnäckig kommuniziert, um Akzeptanz für die Anfangsinvestitionen wirbt und für eine (verursacher-) gerechte Kostenverteilung mit sozialer Abfederung eintritt. Die folgenden Punkte fassen unsere Positionen und Argumente zum Thema „Kosten der Energiewende“ zusammen.

Was Strom wirklich kostet    
In seiner Studie „Was Strom wirklich kostet“ hat das FÖS 2014 im Auftrag von Greenpeace Energy nachgewiesen, dass die Preise am Strommarkt derzeit alles andere als die ökologische Wahrheit sagen. Würde man alle staatlichen Subventionen und ökologischen Folgekosten konventioneller Energieträger auf den Strompreis umlegen, so würde sich der Preis für jede Kilowattstunde um rund elf Cent erhöhen. Das ist fast das Doppelte der derzeitigen EEG-Umlage für Strom aus erneuerbaren Quellen.

Staatlichen Förderungen
Auch die konventionellen Energieträger Atomenergie, Steinkohle und Braunkohle profitieren seit Jahrzehnten in erheblichem Umfang von staatlichen Förderungen in Form von Finanzhilfen, Steuervergünstigungen und weiteren begünstigenden Rahmenbedingungen. Der Unterschied zu den Erneuerbaren besteht vor allem darin, dass ein Großteil der Kosten nicht transparent über den Strompreis ausgewiesen und bezahlt wird, sondern zulasten von Staatshaushalt und Gesellschaft gehen.

Hohe Folgekosten durch Umwelt- und Klimaschäden
Hinzu kommt, dass die fossilen und atomaren Energieträger hohe Folgekosten durch Umwelt- und Klimaschäden sowie die mit Atomenergie verbundenen Risiken verursachen, die ihnen ebenfalls nur zu geringen Anteilen in Rechnung gestellt werden (so genannte externe Kosten).

Wind- und Wasserstrom bereits heute billiger
Im Ergebnis trägt die Gesellschaft im Jahr 2014 bei einer Kilowattstunde Windstrom umgerechnet Kosten von 9,2 Cent und bei Wasserstrom 8,5 Cent. Die Gesamtkosten für Strom aus Braun- und Steinkohlekraftwerken summieren sich hingegen auf 14,9 bzw. 14,4 Cent und für Atomenergie auf mindestens 14,3 Cent je Kilowattstunde.

Studien und weitere Informationen
•    FÖS-Paper (2017): Weiterentwicklung von Abgaben und Umlagen im Energiebereich
•    FÖS-Meta-Analyse (2016): Investitionskosten von Energiewende-Technologien
•    FÖS-Kurzanalyse zu externen Kosten konventioneller Energieträger (2016): Abschätzung der Konventionelle-Energien-Umlage 2017 
•    Studie des FÖS, Arepo Consult und IZES gGmbH (2015): Stromsteuerbefreiung gemäß § 9 Absatz 1 Nummer 1 und 3 des Stromsteuergesetzes
•    FÖS-Hintergrundpapier (2015): Strommarktdesign: Thesen zu unterschiedlichen Reformoptionen
•    FÖS-Positionspapier zur EEG-Novelle (2014): Grundpfeiler für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
•    FÖS-Factsheet zum Thema Energiewende (2014): Kosten und Nutzen der Energiewende
•    FÖS-Kurzanalyse zum Thema Erneuerbare Energien (2013): Zukünftiger Ausbau erneuerbarer Energien
•    FÖS-Diskussionspapier zum Thema Biomasse (2013): Vorschlag für die zukünftige Rolle von Biogas im EEG
•    FÖS-Studie (2013): Was die Energiewende wirklich kostet
•    FÖS-Kurzgutachten zu den Kosten der Energiewende (2013): Die Kosten der Energiewende - Wie belastbar ist Altmaiers Billion?
•    FÖS-Positionspapier - Acht Thesen zur aktuellen Strompreisdebatte (2013): Energiewende als lohnende Zukunftsinvestition begreifen
•    FÖS-Kommentar zur aktuellen Strompreisdebatte (2013): Warum die EEG-Umlage nicht den Kosten des Umstiegs auf Erneuerbare entspricht
•    FÖS-Diskussionspapier zu aktuellen Reformvorschlägen bei der Stromsteuer (2012): Klimaschutzorientierte Reform statt Senkung der Stromsteuer
•    FÖS-Studie (2012): Ausweisung der EEG-Umlage: Eine kritische Analyse
•    FÖS-Studie (2012): Reform der Begünstigung der Industrie bei der EEG-Umlage / Reform der Stromsteuer zur besseren Internalisierung externer Kosten
•    FÖS-Gutachten (2011): Energiewende finanzieren durch Abbau umweltschädlicher Subventionen

Pressemitteilungen
•    FÖS-Pressemitteilung zu den niedrigen Ölpreisen: Steuersystem und Klimaschutz stärken, Berlin, 27.02.2015
•    FÖS-Pressemitteilung zu den Reformvorschlägen des Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), Berlin, 21.01.2014
•    FÖS-Pressemitteilung "Regierung verschenkt Entlastungspotential beim EEG", Berlin, 01.07.2013
•    Pressemitteilung der klima-allianz deutschland zum Aktionsbündnis für eine sozial gerechte Energiewende, Berlin, 06.03.2013
•    FÖS-Pressemitteilung zur Nutzung von Windenergie an Land anlässlich des Energiegipfels der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsident_innen zum Thema Erneuerbare Energien, Berlin, 01.11.2012
•    Pressemitteilung der Klima-Allianz Deutschland zur Bekanntgabe der EEG-Umlagehöhe für das Jahr 2013, Berlin, 15.10.2012
•    FÖS-Pressemitteilung zu den Plänen der Bundesregierung für eine Neuregelung des Spitzenausgleichs bei der Energie- und Stromsteuer, Berlin, 17.07.2012
•    FÖS-Pressemitteilung zum EEG und Solarstromförderung, Berlin, 23.01.2012
•    FÖS-Pressemitteilung zur geplanten Verbesserung der Energiesteuer-Richtlinie 2003/96/EG, Berlin, 13.04.2011