Finanztransaktionsteuer

Finanztransaktionsteuer

In den vergangenen Jahren haben sich Transaktionen auf den Finanzmärkten und realwirtschaftliche Abläufe zunehmend voneinander entkoppelt. Ausufernde Spekulation war eine zentrale Ursache der Finanzkrise. Eine Finanztransaktionssteuer verteuert und reduziert die kurzfristige Spekulation. Auf diese Weise wird das Risiko für das Entstehen spekulativer Blasen verringert, deren Platzen zu Finanzmarktkrisen führt. Sie kann einen Beitrag dazu leisten, Spekulation auf den Finanzmärkten einzuschränken und die Finanzmarktteilnehmer an den durch die Krisen entstandenen Kosten zu beteiligen. Die Einnahmen könnten zunächst für den Abbau des durch die Krise deutlich vergrößerten Staatsdefizits verwendet werden. Je nach Höhe des Steuersatzes (0,01%, 0,05% oder 0,1%) ist in Deutschland mit einem Aufkommen von etwa 12 bis 39 Mrd. Euro im Jahr zu rechnen.
Am 31.03.2010 wurde in Deutschland eine Bankenabgabe beschlossen, deren erwartetes Volumen mit ca. 1,2 Mrd. Euro pro Jahr allerdings gering ist. Auch entfaltet sie keine Anreize zur Beschränkung von Spekulation. Im Herbst 2011 möchte die EU-Kommission einen formalen Vorschlag zur Einführung der Finanztransaktionssteuer vorlegen.


FÖS Veröffentlichungen

FÖS-Themenpapier "Finanztransaktionssteuer" 

 

Veröffentlichungen anderer

Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung (2011): Finanzmarktregulierung: Einführung einer Bankenabgabe und Finanztransaktionssteuer auf deutscher und europäischer Ebene