Ressourceneffizienz

Ressourceneffizienz

Natürliche Ressourcen bilden das Fundament unseres Wohlstandes, ihr übermäßiger Verbrauch verursacht jedoch auch gravierende Umweltfolgen und gefährdet unsere Lebensgrundlagen. In der Vergangenheit ist er rasant gestiegen: von ca. 10 Mrd. Tonnen 1920 auf ca. 50 Mrd. im Jahr 2000. Für 2030 wird ein Verbrauch von ca. 100 Mrd. Tonnen prognostiziert. Daraus ergeben sich Bedenken um die Versorgungssicherheit, vor allem aber ein zunehmender Druck auf die Umwelt. Die Folgen des Ressourcenabbaus sind in weitestgehend lokal, der Treiber global. Um die Umweltfolgen auf ein ökologisch vertretbares Maß zu begrenzen, muss der globale Ressourcenverbrauch daher gesenkt werden. Die Steigerung der Ressourceneffizienz ist dafür eine Schlüsselstrategie.

Marktpreise als wichtigste Einflussfaktoren wirtschaftlichen Handelns bilden ökologische Schäden und zukünftige Knappheiten nur unzureichend ab. Ökonomische Instrumente können einen Beitrag dazu leisten, die daraus entstehenden Fehlanreize zu korrigieren und bessere Rahmenbedingungen für eine Steigerung der Ressourceneffizienz zu schaffen. Abgaben auf die Entnahme oder den Einsatz von Ressourcen haben das Potential, die Umweltauswirkungen teilweise zu internalisieren und Anreize für einen sparsamen Einsatz zu schaffen.

Transparenz im Rohstoffsektor erhöhen: EITI-Initiative
Um ökonomische Instrumente im Ressourcenbereich zielführend einzusetzen, muss zunächst die Transparenz in Bezug auf Fördermengen, Zahlungsströme und Subventionen geschaffen werden. Sind diese Grundlagendaten bekannt, kann das umweltpolitische Potenzial von Ressourcensteuern und -abgaben voll ausgeschöpft werden.

Im Rahmen der Multistakeholder-Gruppe (MSG) aus Zivilgesellschaft, Regierung und Wirtschaft unterstützen wir daher seit Ende 2014 die EITI-Kandidatur Deutschlands. Denn EITI (Extractive Industries Transparency Initiative) steht genau dafür: Transparenz. Mit der Verabschiedung der Ziele von D-EITI im Juni 2015 wurde bereits ein wichtiger Meilenstein des laufenden Vorbereitungsprozesses erreicht.

Am 23. Februar 2016 wurde Deutschlands Kandidatur zur "EITI"-Initiative angenommen. Damit wird Deutschland als viertes OECD-Land eine "Initiative für Transparenz im rohstoffgewinnenden Sektor" implementieren. In den letzten Monaten haben wir innerhalb der deutschen Multi-Stakeholder-Gruppe aktiv an der Umsetzung von EITI in Deutschland mitgearbeitet. Als zentrales Ergebnis dieses Prozesses ging aus unserem letzten MSG-Treffen nun ein Bericht zum Abgleich von Zahlungsströmen im Sektor der Rohstoffgewinnung hervor. Ein dazugehöriger Kontextteil beschäftigt sich zudem mit darüber hinausgehenden Regelungen, wie Subventionen, Rückstellungen und Ausgleichszahlungen aus Naturschutzgründen. Der Bericht wurde am 06. September 2017 veröffentlicht und das Informationsportal  www.rohstofftransparenz.de freigeschaltet. Auf diese Weise wurde ein Mehrwert für die interessierte (Fach-)Öffentlichkeit geschaffen.


Stärkung der Zivilgesellschaft in der ukrainischen und deutschen EITI

In einem internationalen Vernetzungsprojekt kooperiert das FÖS seit Februar 2019 mit der ukrainischen DiXi Group und der Open Knowledge Foundation, um die Rolle der Zivilgesellschaft im EITI Prozess zu stärken und auf lokaler Ebene zu vertiefen. In der Ukraine soll eine lokale Multi-Akteurspartnerschaft mit Vertretern aus Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gebildet werden. In Deutschland wiederum liegt das Hauptaugenmerkt auf der langfristi-gen Begleitung des EITI-Prozesses. Durch den Austausch von Erfahrungen und Best Practice Beispielen sowie die Vernetzung mit Stakeholdern kann das FÖS seinen Kommunikations- und Handlungsspielraum erheblich ausbauen. In mehreren Workshops in der Ukraine sollen bisherige Erfahrungen aufgearbeitet werden und die in den nationalen Prozessen eingebrachten Themen diskutiert werden. Das FÖS bringt hier seine Expertise zu umweltschädlichen Subventionen und der Thematik der Braunkohlefolgekosten ein. Ziel der Workshops ist es, weitere Handlungsfelder abzustecken, gemeinsame Positionen und zukünftige Initiativen für die internationale Debatte zu EITI abzustimmen.

Beide Projektpartner sind wie das FÖS in den Multi-Stakeholder-Gruppen ihres Landes vertreten. Die DiXi Group ist eine ukrainische NRO, die sich für gute Regierungsführung und nachhaltigen Konsum zum Erreichen von hochwertiger Veränderung im Energiesektor einsetzt. Die Open Knowlege Foundation Deutschland engagiert sich für offenes Wissen und demokratische Teilhabe.

FÖS-Veröffentlichungen


Veröffentlichungen anderer


Regierungsprogramme

Deutsche Bundesregierung

EU-Kommission


Rohstoffstrategien der deutschen Parteien


Veranstaltungsdokumentationen