Vermögensteuer

Vermögensteuer

Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland hat sich im Verlauf der vergangenen Jahre weiter geöffnet. So ist der Wert des Gini-Koeffizienten in Deutschland von 2002 bis 2007 von 0,78 auf 0,80 gestiegen. Zwar ist das Gesamtvermögen in der Bundesrepublik durch höhere Kapitaleinkünfte kontinuierlich angewachsen, gleichzeitig allerdings stagnierten die Löhne in der mittleren und niedrigen Einkommensklasse. Unterdessen machen die Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern in Deutschland nur knapp 0,9% des Bruttoinlandsproduktes aus. In Großbritannien beträgt der Satz 4,6%, in den USA 3,1%. Die wachsende Ungleichheit hat Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt und die Zufriedenheit der BürgerInnen.
Die Erhebung einer Vermögensteuer war 1997 nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts aufgrund von ungerechtfertigter Besserbehandlung von Grundvermögen gegenüber anderem Vermögen von der Bundesregierung ausgesetzt worden. Um weiter zunehmenden sozialen Ungleichheiten entgegenzusteuern und höhere Einkommen angemessener an der Finanzierung des in der Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise stark angestiegenen Haushaltsdefizits zu beteiligen, sollte eine Wiedereinführung der Vermögensteuer erwogen werden.
Die aktuell diskutierten Vorschläge einer solchen Steuer sehen meist einen einheitlichen Steuersatz von 1% vor. Besteuert werden soll dabei das gesamte Vermögen zu seinem Verkehrswert abzüglich eines Freibetrags. Eine Studie des DIW Berlin von 2004 ergab ein Volumen für das Gesamtaufkommen der Vermögensteuer von 3,7 bis 11,1 Milliarden Euro.


FÖS Veröffentlichungen

Themenpapier "Vermögensbezogene Steuern"

 

Veröffentlichungen anderer

Bach, Stefan/ Beznoska, Martin/ Steiner, Viktor (2011): "A Wealth Tax on the Rich to Bring Down Public Debt? Revenue and Distributional Effects of a Capital Levy"