Dresden, 15.10.2008
Vorträge zur Wirtschaftspolitik
„Die Tragik des marktwirtschaftlichen Umweltschutzes: Theoretisch überlegen, empirisch erfolgreich, politisch unpopulär"
Gut dreißig Jahre nach der Wiederentdeckung der Pigou-Steuern und nach
zwanzig Jahren reichhaltiger Erfahrung in Europa und darüber hinaus können
Wirksamkeit und volkswirtschaftliche Effizienz der marktwirtschaftlichen Umweltinstrumente heute nicht mehr ernsthaft in Zweifel gezogen wurden. Das Instrumentarium geht inzwischen weit über Umweltsteuern hinaus und umfasst neben dem Zertifikatehandel auch den Abbau umweltschädlicher sowie den Ausbau umweltfreundlicher Subventionen und weitere Instrumente.
Trotz bester theoretischer Argumente und überzeugender empirischer Erfolge
in vielen Ländern sind marktwirtschaftliche Instrumente bei Wirtschaft, Politik
und Bürgern nach wie vor wenig populär. In Deutschland sind es gerade die
pro-marktwirtschaftlichen Parteien, die von den marktwirtschaftlichen Instrumenten am wenigsten Gebrauch machen wollen.
Doch der Klimawandel ist so bedrohlich, dass wir letztlich auf kein Instrument
verzichten können, weder auf die marktbasierten noch auf staatliche Gebote
und Verbote. Wie muss intelligenter Instrumentenmix aussehen, damit wir die ehrgeizigen Klimaziele Deutschlands und der EU mit möglichst niedrigen
volkswirtschaftlichen Kosten erreichen können? Wie können wir verhindern,
dass die wirksamsten Instrumente politisch tabuisiert werden und der Klimaschutz dadurch teuerer und ineffizienter wird, als er sein müsste?
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