München, 01.03.2018

FÖS-Fachvortrag Lösen selbstfahrende Autos unsere Verkehrsprobleme? Wunsch und (wahrscheinliche) Wirklichkeit

1. März 2018, oekom zukunftssalon, München

Die Verkehrswende in Deutschland ist kein Selbstläufer. Jahr für Jahr gibt es immer mehr Pkw, die immer öfter still stehen: Rund 97% seiner Zeit verbringt ein durchschnittliches Privatauto auf einem Parkplatz oder in der Garage. Der damit einhergehende Flächenverbrauch ist immens. Um diese Probleme zu bewältigen, setzen Politik und Autoindustrie derzeit große Hoffnungen in das autonome Fahren. Sind sie berechtigt?

Diese und weitere Fragen erläuterte Benjamin Kickhöfer, technischer Projektmanager am Deutschen Zentrum für und Luft- und Raumfahrt (DLR), vor vollbesetztem Saal im Münchener Zukunftssalon des Ökom-Vereins.

In seinem interaktiven Vortrag stellte er fest, dass es einen Trend hin zu „Besitzen statt Nutzen" in Deutschland gebe. Immer mehr zugelassene private PKW seien auf deutschen Straßen unterwegs beziehungsweise füllten vor allem deutsche Garagen und Parkplätze. Denn nur maximal zehn Prozent der PKW seien gleichzeitig auch unterwegs.

Benjamin Kickhöfer stellte die Ergebnisse einer Studie des DLR vor, in der für BMW ifmo untersucht wurde, wie sich die Nutzung autonomer privater Pkw und autonomer geteilter Pkw auf die Fahrleistung auswirken würde.

Das Ergebnis der Studie ist ernüchternd: Laut den Modellen würde die Fahrleistung in beiden Fällen um knapp zehn Prozent steigen. Grund hierfür sei ein Umstieg von Nutzern auf eben jene automatisierten Verkehrsmittel. Die Verkehrsprobleme von morgen würden durch automatisiertes Fahren ohne regulatorische Eingriffe deswegen nur noch erhöht, so Kickhöfer.

Die genauen Effekte und der gesellschaftliche Nutzen automatisierten Fahrens hängen somit von einer effektiven staatlichen Regulierung ab.

Weitere Details zum Vortrag stehen online zur Verfügung.